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Illustration: eine Sanduhr mit rosa Sand und eine geöffnete Taschenuhr am Rand eines geschwungenen Weges aus Trittsteinen, der von links nach rechts führt.

Deutsch · Deutschschweiz · Zyklus 3

Zeitformen, Konjunktiv und Passiv: Verbformen bestimmen

Eine Grammatikreihe für die 1. und 2. Sekundarschule zu den Verbformen, die der Lehrplan 21 für den Zyklus 3 nennt. Die Schülerinnen und Schüler bilden und bestimmen die sechs Zeitformen, üben das Präteritum, das in der Mundart fehlt, und unterscheiden Indikativ, Imperativ, Konjunktiv I und II sowie Aktiv und Passiv. Am Schluss bestimmen sie jede Verbform vollständig und setzen sie in eigenen Texten gezielt ein.

Schuljahre
7–8
Schultypen
Sekundarschule, Gymnasium
Umfang
6 Unterrichtsstunden
Fach
Deutsch
Region
Deutschschweiz

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Lernziele

  • Die Schülerinnen und Schüler bestimmen Personalform, Infinitiv und Partizip II und ordnen Verben nach ihren Stammformen als schwach, stark oder gemischt ein.
  • Die Schülerinnen und Schüler bilden und bestimmen Präsens, Präteritum, Perfekt, Plusquamperfekt, Futur I und Futur II.
  • Die Schülerinnen und Schüler erzählen schriftlich einheitlich im Präteritum und drücken Vorzeitigkeit mit dem Plusquamperfekt aus.
  • Die Schülerinnen und Schüler unterscheiden Indikativ, Imperativ, Konjunktiv I und Konjunktiv II und geben Aussagen in indirekter Rede wieder.
  • Die Schülerinnen und Schüler formen Aktiv- in Passivsätze um und begründen, wann das Passiv passt.
  • Die Schülerinnen und Schüler bestimmen Verbformen vollständig nach Person, Numerus, Tempus, Modus und Genus verbi.

Bezug zum Lehrplan 21

Lehrplan 21 (Deutschschweiz), Fachbereichslehrplan Deutsch (öffnet eine externe Seite)

  • Kompetenz: D.5.D.1 Die Schülerinnen und Schüler können Grammatikbegriffe für die Analyse von Sprachstrukturen anwenden.
  • Kompetenzstufe: D.5.D.1.f können Nomen, Verb und Adjektiv mithilfe formaler Kriterien sowie Pronomen mithilfe der umfassenden Pronomenliste bestimmen sowie den Rest als Partikel benennen. können die Partikeln Präposition und Konjunktion in typischen Fällen bestimmen. können Präsens, Präteritum, Perfekt und Futur sowie Infinitiv und Personalform bestimmen. können Stamm-, Vor- und Nachmorphem bestimmen. können mithilfe eines Verbenfächers Satzglieder bestimmen. kennen die Begriffe Subjekt und Objekt.
  • Kompetenzstufe: D.5.D.1.g kennen die Begriffe Indikativ, Imperativ, Konjunktiv I und II sowie Aktiv und Passiv. können einen Verbenfächer bilden und formal die Satzglieder Nominal- und Präpositionalgruppe unterscheiden. können bei klaren Beispielen zwischen Subjekt und Objekt unterscheiden. können einfache und zusammengesetzte Sätze unterscheiden.
  • Kompetenz: D.5.B.1 Die Schülerinnen und Schüler können den Gebrauch und die Wirkung von Sprache untersuchen.
  • Kompetenzstufe: D.5.B.1.d können den Gebrauch von sprachlichen Mitteln untersuchen (z.B. Chat eher mündlich, Präsentation eher schriftlich, Bewerbungsschreiben und -gespräch sehr formell, kulturelle Prägung). können unter Anleitung verschiedene sprachliche Themen auch in Bezug auf mehrere Sprachen entlang von vorgegebenen Fragen untersuchen (z.B. Entwicklung der Schrift/Rechtschreibung, Sprachwandel in Bezug auf Verwendung in verschiedenen Medien). können die Vor- und Nachteile verschiedener Medien (z.B. Brief vs. Telefonat vs. SMS, Zeitungsartikel) für unterschiedliche kommunikative Funktionen reflektieren (z.B. Manipulation, technische Abhängigkeit, Medien als vierte Gewalt).

Ablauf

  1. Abschnitt 1

    Personalform, Infinitiv und Stammformen

    Die Bausteine des Verbs: Personalform, Infinitiv, Partizip II und die Stammformen schwacher, starker und gemischter Verben.

    • Lektion

      Personalform, Infinitiv und Stammformen

      Lea schreibt ihrer Kollegin aus dem Klassenlager eine Nachricht: «Wir sind gestern auf den Pilatus gegangen, und dann hat es geregnet.» In einem…

    • Hinweis

      Tipp: Lern die Stammformen der zwanzig häufigsten unregelmässigen Verben auswendig (sein, haben, werden, gehen, kommen, sehen, geben, nehmen, finden, bleiben, fahren, lesen, schreiben, sprechen, helfen, stehen, liegen, sitzen, tun, wissen). Sie kommen in fast jedem Text vor.

  2. Abschnitt 2

    Die sechs Zeitformen bilden

    Präsens, Präteritum, Perfekt, Plusquamperfekt, Futur I und Futur II bilden, auf dem Zeitstrahl einordnen und bestimmen.

  3. Abschnitt 3

    Präteritum und Perfekt beim Erzählen

    Warum das Präteritum in der Mundart fehlt, wann es in der Standardsprache nötig ist und wie das Plusquamperfekt die Vorvergangenheit zeigt.

    • Lektion

      Präteritum, Perfekt und Plusquamperfekt beim Erzählen

      Erzähl jemandem in Mundart, was du am Wochenende gemacht hast. Du sagst vielleicht: «Mir sind go bade gange, und nachher hämmer grilliert.» Das ist…

    • Aufgabe

      Eine Erlebniserzählung im Präteritum

      Schreib eine Erzählung über ein Erlebnis aus einem Lager, einer Reise oder einem Ausflug (180 bis 250 Wörter).

      • Grundzeitform Präteritum, ohne Sprünge ins Präsens
      • mindestens zwei Sätze im Plusquamperfekt für etwas, das noch früher geschah
      • mindestens fünf verschiedene starke Verben

      Unterstreiche am Schluss alle Verbformen im Präteritum blau und im Plusquamperfekt rot.

  4. Abschnitt 4

    Modus: Imperativ, Konjunktiv I und II

    Aufforderungen im Imperativ, indirekte Rede im Konjunktiv I mit Ersatzregel, Vorstellungen, Wünsche und Höflichkeit im Konjunktiv II.

    • Lektion

      Konjunktiv I und II: indirekte Rede und Möglichkeitsform

      Vergleiche diese drei Sätze: «Der Gemeinderat baut einen neuen Skatepark.» «Der Gemeinderat sagte, er baue einen neuen Skatepark.» «Wenn der…

    • Aufgabe

      Ein Interview als Bericht wiedergeben

      Führe ein kurzes Interview (fünf Fragen) mit einer Person aus deiner Familie oder Nachbarschaft über ihren Beruf. Schreib danach einen Bericht (120 bis 180 Wörter), in dem du ihre Antworten in indirekter Rede wiedergibst.

      • Verwende den Konjunktiv I und, wo nötig, die Ersatzform im Konjunktiv II.
      • Wechsle die einleitenden Verben ab (sagen, erklären, betonen, erzählen, meinen).
      • Markiere alle Konjunktivformen.
  5. Abschnitt 5

    Aktiv und Passiv

    Vorgangspassiv mit werden, Zustandspassiv mit sein, Passiv in allen Zeitformen und die Frage, wann das Passiv passt.

  6. Abschnitt 6

    Verbformen vollständig bestimmen

    Person, Numerus, Tempus, Modus und Genus verbi in vier Schritten bestimmen, typische Fehler erkennen, Übungsmix.

    • Lektion

      Verbformen vollständig bestimmen: Vorgehen und Übungsmix

      In der Prüfung steht: «Bestimme die Verbform wäre gefahren vollständig.» Jetzt brauchst du alles, was du in dieser Reihe gelernt hast: Personalform…

    • Aufgabe

      Zeitungsbericht aus der Gemeinde

      Schreib einen Zeitungsbericht (150 bis 200 Wörter) über ein erfundenes Ereignis in deiner Gemeinde, zum Beispiel die Eröffnung eines Spielplatzes oder einen Brand.

      • Grundzeitform Präteritum
      • mindestens drei Sätze im Passiv
      • mindestens zwei Aussagen von Beteiligten in indirekter Rede

      Bestimme danach fünf Verbformen aus deinem Text vollständig.

Hinweise für Lehrpersonen

Bezug zum Lehrplan 21

Die Reihe setzt die Kompetenz D.5.D.1 (Grammatikbegriffe) um. Für den Zyklus 3 nennt der Lehrplan unter anderem: «können Präsens, Präteritum, Perfekt und Futur sowie Infinitiv und Personalform bestimmen» (D.5.D.1.f) und «kennen die Begriffe Indikativ, Imperativ, Konjunktiv I und II sowie Aktiv und Passiv» (D.5.D.1.g). Erste Erfahrungen mit Futur und Plusquamperfekt nennt der Lehrplan in D.5.D.1.d. Lektion 3 und 4 stützen ausserdem das Schreiben (D.4.F.1, sprachformal überarbeiten), Lektion 4 das Wiedergeben fremder Aussagen in Berichten.

Zeitplan (6 Lektionen)

LektionInhalt
1Personalform, Infinitiv, Partizip II, Stammformen
2Die sechs Zeitformen bilden und bestimmen
3Präteritum und Perfekt, Plusquamperfekt beim Erzählen
4Modus: Imperativ, Konjunktiv I (indirekte Rede), Konjunktiv II
5Aktiv, Vorgangs- und Zustandspassiv
6Verbformen vollständig bestimmen, Übungsmix

Bei schwächeren Klassen lohnt es sich, Lektion 4 auf zwei Lektionen zu verteilen (Konjunktiv I und Konjunktiv II getrennt).

Didaktische Hinweise

  • Mundart als Ressource: Den meisten Schweizer Mundarten fehlt das Präteritum. Machen Sie das in Lektion 3 ausdrücklich zum Thema. Viele Schülerinnen und Schüler erleben ihre Unsicherheit dann nicht mehr als persönliches Versagen, sondern als erklärbaren Sprachunterschied.
  • Schweizer Standard: ich bin gesessen, ich bin gestanden, ich bin gelegen sind in der Schweiz standardsprachlich korrekt. Die Reihe behandelt sie so. Korrigieren Sie diese Formen nicht als Fehler.
  • Terminologie: Die Reihe verwendet die Begriffe des Lehrplans (Personalform, Infinitiv, Partizip II). Wenn Ihr Lehrmittel andere Begriffe nutzt (zum Beispiel Grundform, Partizip Perfekt), ergänzen Sie diese an der Tafel.
  • Verbenfächer: Wenn Ihre Klasse mit dem Verbenfächer arbeitet, lassen sich mehrteilige Verbformen gut daran zeigen: Die Personalform steht im Griff, Partizip und Infinitiv in den Fächern.
  • Fordern Sie früh Anwendung in Texten: Zeitungsbericht (Präteritum, Passiv, indirekte Rede) und Bewerbungsbrief (höflicher Konjunktiv II) eignen sich gut.

Typische Fehler

  • Partizip II starker Verben nach schwachem Muster: geschlaft, gewinnt.
  • Imperativ gebe, lese, nehme statt gib, lies, nimm.
  • Zeitsprünge zwischen Präteritum und Präsens in Erzählungen.
  • geworden statt worden im Perfekt-Passiv.
  • wird + Partizip II als Futur gedeutet.
  • Konjunktiv I, der wie der Indikativ aussieht (sie haben), wird nicht ersetzt.

Differenzierung

  • Grundlagen: Tabellen mit Lücken, nur Präsens, Präteritum und Perfekt sowie Konjunktiv II mit würde.
  • Weiter: alle sechs Zeitformen, indirekte Rede mit Ersatzregel, Passiv in allen Zeitformen.
  • Knobeln: eigene Texte (Zeitungsbericht, Erzählung) mit Vorgaben, Doppeldeutigkeiten erklären.

Überfachliche Kompetenzen

Die Reihe fördert das Nachdenken über Sprache und den Vergleich von Mundart und Standardsprache (D.5.B.1.c und d) sowie das Überarbeiten eigener Texte nach Kriterien.

Häufige Fragen

Für welches Schuljahr ist die Reihe gedacht?

Für die 1. und 2. Sekundarschule (7. und 8. Schuljahr). Konjunktiv I und II sowie Aktiv und Passiv nennt der Lehrplan 21 erst für den Zyklus 3. Die ersten zwei Lektionen eignen sich auch als Repetition am Anfang der Sekundarschule.

Wie viele Lektionen braucht die Reihe?

Sechs Lektionen. Mit den Schreibaufträgen und einer Lernkontrolle sollten Sie acht bis neun Lektionen einplanen.

Werden Schweizer Formen wie «ich bin gesessen» als Fehler behandelt?

Nein. Diese Formen sind in der Schweiz standardsprachlich korrekt. Die Reihe erklärt den Unterschied zu Deutschland, ohne ihn zu werten.

Passt die Reihe für alle Anforderungsniveaus?

Ja. Die Übungen sind in Grundlagen, Weiter und Knobeln gestuft. Für tiefere Niveaus genügen Präsens, Präteritum, Perfekt und der Konjunktiv II mit würde.

Quellen

Bildnachweise

  • Titelbild: KI-generiert
  • Zeitstrahl mit sechs Zeitformen: links Plusquamperfekt, dann Präteritum und Perfekt, in der Mitte Präsens als Gegenwart, rechts Futur I und Futur II in der Zukunft, jeweils mit einer Beispielform von lernen.: Eigene Darstellung

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