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Illustration: ein Schreibtisch am Fenster mit einem rosa Bewerbungsordner, einem Füllfederhalter und einer Topfpflanze, draussen grüne Hügel und ein Dorf mit Kirchturm.

Deutsch · Deutschschweiz · Zyklus 3

Bewerbung für die Lehrstelle: Bewerbungsbrief, Lebenslauf, Vorstellungsgespräch

Eine Reihe für die 2. und 3. Sekundarschule, die Schülerinnen und Schüler Schritt für Schritt zum vollständigen Bewerbungsdossier für eine Lehrstelle führt. Sie werten Lehrstelleninserate aus, gestalten einen Lebenslauf im Schweizer Format, schreiben einen Bewerbungsbrief nach Schweizer Briefgestaltung mit konkreten Beispielen statt Floskeln und bereiten sich mit Leitfragen und Rollenspiel auf das Vorstellungsgespräch vor. Eine Checkliste, ein Mail-Begleittext und der Umgang mit Absagen runden die Reihe ab.

Schuljahre
8–9
Schultypen
Sekundarschule
Umfang
7 Unterrichtsstunden
Fach
Deutsch
Region
Deutschschweiz

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Lernziele

  • Die Schülerinnen und Schüler werten Lehrstelleninserate aus und stellen ein vollständiges Bewerbungsdossier zusammen.
  • Die Schülerinnen und Schüler gestalten einen übersichtlichen Lebenslauf mit Personalien, Schulbildung, Schnupperlehren, Sprachen, Interessen und Referenzen.
  • Die Schülerinnen und Schüler schreiben einen Bewerbungsbrief mit allen Teilen eines Geschäftsbriefs nach Schweizer Briefgestaltung.
  • Die Schülerinnen und Schüler belegen ihre Stärken mit konkreten Beispielen, sprechen den Betrieb gezielt an und ersetzen Floskeln.
  • Die Schülerinnen und Schüler bereiten ein Vorstellungsgespräch mit Leitfragen vor und setzen im Rollenspiel verbale, paraverbale und nonverbale Mittel bewusst ein.
  • Die Schülerinnen und Schüler prüfen ihre Bewerbung mit einer Checkliste, verschicken sie digital und gehen konstruktiv mit Absagen um.

Bezug zum Lehrplan 21

Lehrplan 21 (Deutschschweiz), Fachbereichslehrplan Deutsch (öffnet eine externe Seite)

  • Kompetenz: D.4.B.1 Die Schülerinnen und Schüler kennen vielfältige Textmuster und können sie entsprechend ihrem Schreibziel in Bezug auf Struktur, Inhalt, Sprache und Form für die eigene Textproduktion nutzen.
  • Kompetenzstufe: D.4.B.1.g kennen Merkmale eines Bewerbungsschreibens und eines Lebenslaufs, um sie für das eigene Schreiben von Bewerbungen nutzen zu können.
  • Kompetenzstufe: D.4.B.1.h kennen vielfältige Textmuster (z.B. Erzählung, Argumentation, Zeitungsbericht, Geschäftsbrief, Blog-Beitrag, Lernjournal, Flyer, Präsentationsfolien), um sie für das eigene Schreiben nutzen zu können. kennen Formulierungsmuster, die typisch für verschiedene Textsorten sind (z.B. Geschäftsbrief vs. E-Mail vs. privater Brief), um sie für das eigene Schreiben nutzen zu können. kennen alle Teile von Bewerbungsunterlagen (Lebenslauf, Bewerbungsbrief).
  • Kompetenz: D.3.C.1 Die Schülerinnen und Schüler können sich aktiv an einem Dialog beteiligen.
  • Kompetenzstufe: D.3.C.1.g können im Gespräch auf vorhergehende Aussagen Bezug nehmen. kennen wichtige Aspekte eines Vorstellungsgesprächs (z.B. Ablauf, Auftreten, Gesprächsregeln) und können diese in einem gespielten Vorstellungsgespräch anwenden.
  • Kompetenzstufe: D.3.C.1.h können mithilfe von Leitfragen ein Vorstellungsgespräch so vorbereiten, dass sie sich zielorientiert ausdrücken (z.B. Betriebs-, Berufskenntnisse, eigene Interessen). können in Mundart und Standardsprache Gesprächsbeiträge und Argumente aufgreifen und ihre eigenen Argumente darauf beziehen. können sich selbstständig an Gesprächsregeln halten und nötigenfalls erweitern und modifizieren bzw. im Gespräch thematisieren (z.B. sich vor dem Reden melden, zu den anderen gerichtet sprechen). können sich in einem gespielten Vorstellungsgespräch überzeugend präsentieren und Antworten auf unerwartete Fragen finden.
  • Kompetenz: D.4.E.1 Die Schülerinnen und Schüler können ihren Text in Bezug auf Schreibziel und Textsortenvorgaben inhaltlich überarbeiten.

Ablauf

  1. Abschnitt 1

    Der Weg zur Lehrstelle und das Bewerbungsdossier

    Ablauf der Lehrstellensuche, Lehrstelleninserate auswerten und die Unterlagen eines vollständigen Bewerbungsdossiers.

  2. Abschnitt 2

    Lebenslauf schreiben

    Die Bausteine eines Lebenslaufs für die Lehrstellenbewerbung, umgekehrt chronologisch und als übersichtliche Tabelle.

    • Lektion

      Lebenslauf für die Lehrstelle schreiben

      Eine Berufsbildnerin bekommt für eine Lehrstelle oft dreissig, vierzig Bewerbungen. Für den ersten Blick auf einen Lebenslauf nimmt sie sich…

    • Aufgabe

      Mein Lebenslauf

      Erstelle deinen eigenen Lebenslauf für eine Lehrstelle in deinem Wunschberuf (eine A4-Seite).

      • alle Bausteine aus der Lektion
      • Neuestes zuerst, einheitliche Datumsform
      • mindestens zwei konkrete Interessen mit Verein, Ort oder Zeitraum

      Wenn du kein Foto hochladen möchtest, setz einen Platzhalter. Gib den Lebenslauf als PDF ab.

  3. Abschnitt 3

    Aufbau des Bewerbungsbriefs

    Die zehn Teile eines Bewerbungsbriefs, die Schweizer Regeln für Anrede, Grussformel und ss und ein vollständiger Musterbrief.

    • Lektion

      Bewerbungsbrief: Aufbau nach Schweizer Briefgestaltung

      Der Bewerbungsbrief ist das erste, was ein Betrieb von dir liest. Er zeigt, ob du dich ernsthaft für die Stelle interessierst und ob du einen…

    • Hinweis

      Merkhilfe für die Schweiz: Nach der Anrede kein Komma, dann gross weiter. Am Schluss «Freundliche Grüsse», ohne Komma und ohne Punkt.

  4. Abschnitt 4

    Den Bewerbungsbrief überzeugend formulieren

    Stärken mit Beispielen belegen, den Betrieb gezielt ansprechen, Floskeln ersetzen und den richtigen Ton treffen.

    • Lektion

      Bewerbungsbrief formulieren: Beispiele statt Floskeln

      «Hiermit bewerbe ich mich um die Lehrstelle. Ich bin teamfähig, zuverlässig und motiviert.» Diese zwei Sätze stehen in Hunderten von Bewerbungen…

    • Aufgabe

      Mein Bewerbungsbrief

      Schreib einen vollständigen Bewerbungsbrief für eine echte oder realistisch erfundene Lehrstelle in deinem Wunschberuf.

      • alle zehn Teile nach Schweizer Briefgestaltung
      • mindestens zwei Stärken, je mit einem konkreten Beispiel
      • mindestens ein Satz, der zeigt, warum du gerade zu diesem Betrieb willst
      • keine Floskeln aus der Tabelle der Lektion

      Tauscht die Briefe danach zu zweit aus und gebt euch mit der Checkliste aus Lektion 6 eine Rückmeldung. Überarbeite deinen Brief und gib beide Fassungen ab.

  5. Abschnitt 5

    Das Vorstellungsgespräch

    Ablauf, Vorbereitung mit Leitfragen, häufige Fragen, eigene Fragen und der bewusste Einsatz von Sprache, Stimme und Körper im Rollenspiel.

  6. Abschnitt 6

    Bewerbung prüfen, verschicken, nachfassen

    Checkliste für das Dossier, Bewerbung per Mail mit Begleittext, Nachfragen und Umgang mit Absagen, Übungsmix.

    • Lektion

      Bewerbung prüfen und per Mail verschicken

      Bevor du auf «Senden» klickst, prüfst du deine Bewerbung ein letztes Mal. Viele Absagen haben einfache Gründe: ein falsch geschriebener Name, ein…

    • Hinweis

      Absagen gehören dazu. Viele Jugendliche schreiben zehn, zwanzig oder mehr Bewerbungen, bis es klappt. Frag nach einer Absage, was du verbessern kannst.

Hinweise für Lehrpersonen

Bezug zum Lehrplan 21

Die Reihe verbindet das Fach Deutsch mit dem Modul Berufliche Orientierung (BO). Sie setzt folgende Kompetenzstufen des Zyklus 3 um:

  • D.4.B.1.g: «kennen Merkmale eines Bewerbungsschreibens und eines Lebenslaufs, um sie für das eigene Schreiben von Bewerbungen nutzen zu können.» (Lektion 2 bis 4)
  • D.4.B.1.h: «kennen alle Teile von Bewerbungsunterlagen (Lebenslauf, Bewerbungsbrief)» und Formulierungsmuster des Geschäftsbriefs (Lektion 1, 3, 6).
  • D.3.C.1.g und h: wichtige Aspekte eines Vorstellungsgesprächs kennen, es mit Leitfragen vorbereiten und sich in einem gespielten Vorstellungsgespräch überzeugend präsentieren (Lektion 5).
  • D.4.E.1: Texte im Austausch mit anderen inhaltlich überarbeiten (Lektion 4 und 6).

Zeitplan (7 Lektionen)

KurslektionInhaltUnterrichtslektionen
1Weg zur Lehrstelle, Inserat auswerten, Bewerbungsdossier1
2Lebenslauf im Schweizer Format1
3Aufbau des Bewerbungsbriefs, Schweizer Briefgestaltung1
4Bewerbungsbrief formulieren und in einer Schreibkonferenz überarbeiten2
5Vorstellungsgespräch: Vorbereitung und Rollenspiel1
6Checkliste, Mail-Bewerbung, Absagen, Übungsmix1

Die Lektionsnummern in diesen Hinweisen beziehen sich auf die sechs Kurslektionen.

Didaktische Hinweise

  • Zeitpunkt: Ideal ist das zweite Semester der 2. Sek oder der Herbst der 3. Sek, wenn die ersten Schnupperlehren gemacht sind. Viele Betriebe vergeben Lehrstellen ab August oder September des Jahres vor Lehrbeginn.
  • Echte Fälle: Arbeiten Sie wenn möglich mit echten Inseraten und den Schnupperlehrerfahrungen der Klasse. Die Musterbriefe zeigen den Aufbau, sollen aber nicht abgeschrieben werden. Betriebe erkennen Musterformulierungen schnell.
  • Schweizer Briefgestaltung: Anrede ohne Komma mit grossem Anfang, Freundliche Grüsse, Empfängeradresse oft rechts. Weisen Sie darauf hin, dass Vorlagen aus dem Internet häufig deutsche Konventionen verwenden.
  • Zusammenarbeit: Stimmen Sie sich mit der Lehrperson für Berufliche Orientierung und der Berufsberatung (BIZ) ab, damit Inhalte nicht doppelt behandelt werden. Die Reihe deckt den sprachlichen Teil ab.
  • Datenschutz: Für Übungen im Kurs reichen erfundene Angaben. Echte Dossiers werden nur an Betriebe geschickt.

Typische Schwierigkeiten

  • Eigenschaften werden behauptet, aber nicht belegt.
  • Ein Brief für alle Betriebe ohne Bezug zum Betrieb.
  • Anrede mit Komma und Kleinschreibung danach, Grussformel nach deutschem Muster, Eszett aus Vorlagen.
  • Kleinschreibung der Höflichkeitsform.
  • Unspezifische Interessen im Lebenslauf.
  • Unsicherheit im Gespräch: zu kurze Antworten, keine eigenen Fragen.

Differenzierung

  • Grundlagen: Lückentext für den Bewerbungsbrief, Lebenslauf-Vorlage als Tabelle, Fragenkatalog für das Gespräch.
  • Weiter: eigener Brief zu einem echten Inserat, Schreibkonferenz zu zweit.
  • Knobeln: zwei Briefe für zwei verschiedene Betriebe desselben Berufs, Rollenspiel mit unerwarteten Fragen.

Beurteilung

Die Checkliste aus Lektion 6 eignet sich als Beurteilungsraster für das Dossier. Das Rollenspiel können Sie mit der Tabelle verbal, paraverbal, nonverbal formativ beurteilen.

Häufige Fragen

In welchem Schuljahr passt die Reihe?

Im zweiten Semester der 2. Sekundarschule oder im Herbst der 3. Sekundarschule, wenn die Schülerinnen und Schüler erste Schnupperlehren gemacht haben und sich konkret bewerben.

Wie viele Lektionen brauche ich?

Sieben Lektionen. Wenn alle ein vollständiges eigenes Dossier erstellen und im Rollenspiel üben, planen Sie neun bis zehn Lektionen ein.

Entspricht der Musterbrief den Schweizer Konventionen?

Ja. Die Anrede steht ohne Komma, der Text beginnt danach gross, die Grussformel lautet «Freundliche Grüsse», und es wird durchgehend ss geschrieben. Die Lektion stellt die Unterschiede zu Deutschland ausdrücklich gegenüber.

Ersetzt die Reihe die Berufliche Orientierung?

Nein. Sie deckt den sprachlichen Teil ab: Inserate lesen, Lebenslauf, Bewerbungsbrief, Vorstellungsgespräch. Berufswahl und Schnupperlehren laufen im Modul Berufliche Orientierung und mit der Berufsberatung.

Quellen

Bildnachweise

  • Titelbild: KI-generiert
  • Schema einer A4-Seite mit zehn nummerierten Feldern: oben links Absender, rechts darunter Empfänger, dann Ort und Datum, Betreff, Anrede ohne Komma, Einleitung, Hauptteil, Schluss, Grussformel mit Unterschrift und Beilagen.: Eigene Darstellung

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