Darum geht es
Eine Berufsbildnerin bekommt für eine Lehrstelle oft dreissig, vierzig Bewerbungen. Für den ersten Blick auf einen Lebenslauf nimmt sie sich vielleicht eine halbe Minute. In dieser Zeit muss sie finden, was sie sucht: Wer bist du, welche Schule besuchst du, welche Schnupperlehren hast du gemacht? Ein guter Lebenslauf ist darum vor allem eines: übersichtlich. In dieser Lektion lernst du, wie ein Lebenslauf für eine Lehrstelle in der Schweiz aufgebaut ist.
Erklärung
Die Bausteine
Ein Lebenslauf für die Lehrstellenbewerbung ist eine, höchstens zwei A4-Seiten lang und als Tabelle aufgebaut: links Zeitangaben oder Stichwörter, rechts die Angaben.
| Baustein | Inhalt |
|---|---|
| Titel | «Lebenslauf» oder dein Name als Überschrift |
| Personalien | Vorname, Name, Adresse, Telefonnummer, E-Mail, Geburtsdatum, Nationalität oder Heimatort |
| Foto | aktuelles, freundliches Porträtfoto, oben rechts. In der Schweiz ist ein Foto üblich. |
| Schulbildung | Sekundarschule mit Abteilung oder Niveaus, Primarschule, jeweils mit Ort und Jahren |
| Schnupperlehren | Beruf, Betrieb, Ort, Datum. Sehr wichtig für Lehrstellen. |
| Sprachen | Muttersprache(n), Fremdsprachen mit Niveau (zum Beispiel «Schulkenntnisse», «gute Kenntnisse») |
| Informatik | Programme, die du sicher beherrschst |
| Interessen | Hobbys, Vereine, Engagement, möglichst konkret |
| Nebenjobs, Erfahrungen | Ferienjob, Babysitten, Zeitungen verteilen, Mithilfe im Familienbetrieb |
| Referenzen | ein bis zwei Personen, die Auskunft über dich geben: Klassenlehrperson, Berufsbildner aus der Schnupperlehre, Trainerin. Immer vorher um Erlaubnis fragen. |
Reihenfolge und Form
- Innerhalb eines Bausteins steht das Neueste zuerst (umgekehrt chronologisch).
- Einheitliche Darstellung: gleiche Schrift, gleiche Datumsform (zum Beispiel 08.2021 bis 07.2024), gleiche Abstände.
- Am Schluss stehen meist Ort und Datum. Eine Unterschrift ist im Lebenslauf nicht nötig.
- Kein Fliesstext. Kurze, präzise Angaben.
Interessen, die etwas aussagen
«Lesen, Musik, Kollegen» sagt wenig. Besser ist: «Unihockey im UHC Uster, seit 2020; Training zweimal pro Woche» oder «Gitarre, Auftritte an der Musikschule». Solche Angaben zeigen Ausdauer, Teamfähigkeit oder Verantwortung, ohne dass du diese Wörter benutzen musst.
Beispiele
Beispiel 1: Ein vollständiger Lebenslauf (Ausschnitt)
Lebenslauf
| Personalien | |
| Name | Lara Meier |
| Adresse | Seestrasse 18, 8610 Uster |
| Telefon | 079 123 45 67 |
| lara.meier@beispiel.ch | |
| Geburtsdatum | 4. März 2012 |
| Nationalität | Schweiz |
| Schulbildung | |
| 08.2024 bis heute | Sekundarschule Abteilung B, Uster |
| 08.2018 bis 07.2024 | Primarschule Oberuster |
| Schnupperlehren | |
| 10.2025 | Fachfrau Betreuung EFZ, Kita Sonnenschein, Uster (3 Tage) |
| 05.2025 | Detailhandelsfachfrau EFZ, Bäckerei Steiner, Volketswil (2 Tage) |
| Sprachen | |
| Deutsch | Muttersprache |
| Englisch | gute Schulkenntnisse |
| Französisch | Schulkenntnisse |
| Interessen | Pfadi Uster (Leiterin einer Wölfligruppe seit 2025), Zeichnen |
| Nebenjob | Babysitten bei zwei Familien in der Nachbarschaft, seit 2024 |
| Referenzen | Herr Daniel Huber, Klassenlehrer, Sekundarschule Uster, 044 000 00 00 |
Beispiel 2: Einen schwachen Eintrag verbessern
Schwach: «Hobbys: chillen, Handy, Freunde treffen.»
Was ist das Problem? Die Angaben sind unkonkret und wirken nicht engagiert. Chillen ist Umgangssprache.
Besser: «Interessen: Fussball beim FC Wetzikon (Junioren C), Kochen für die Familie am Wochenende, Videos schneiden für den Klassenblog.»
Merksatz
Ein Lebenslauf ist eine übersichtliche Tabelle mit Personalien, Foto, Schulbildung, Schnupperlehren, Sprachen, Interessen und Referenzen. Das Neueste steht jeweils zuerst. Alle Angaben sind kurz, konkret und einheitlich dargestellt.
Übungen
Grundlagen
- Ordne zu, unter welchen Baustein die Angaben gehören: a) «Fachmann Gesundheit EFZ, Spital Uster, 2 Tage» b) «Italienisch, Muttersprache» c) «Frau Petra Keller, Trainerin, Turnverein Hinwil» d) «Sekundarschule Abteilung A, Wetzikon».
- Was ist an dieser Reihenfolge falsch? «Schulbildung: 2017 bis 2023 Primarschule Rüti; 2023 bis heute Sekundarschule Rüti»
Weiter
- Verbessere die Interessen: «Gamen, Sport, Musik hören».
- Erstelle deine eigenen Personalien und den Baustein Schulbildung als Tabelle.
Knobeln
- Warum musst du eine Referenzperson vorher um Erlaubnis fragen? Nenne zwei Gründe.
- Du hast noch keine Schnupperlehre im gewünschten Beruf gemacht, aber eine in einem verwandten Beruf. Wie gehst du im Lebenslauf und im Bewerbungsbrief damit um?
Lösungen
- a) Schnupperlehren. b) Sprachen. c) Referenzen. d) Schulbildung.
- Das Neueste muss zuerst stehen: «2023 bis heute Sekundarschule Rüti; 2017 bis 2023 Primarschule Rüti».
- Zum Beispiel: «Strategiespiele mit Freunden, Handball im HC Wädenswil seit 2021, Schlagzeug in der Schulband». Konkret, mit Ort oder Verein und Zeitraum.
- Individuelle Lösung. Prüfe: vollständige Personalien, umgekehrt chronologisch, einheitliche Datumsform.
- Die Person soll nicht überrascht werden, wenn ein Betrieb anruft, und sie kann sich auf das Gespräch einstellen. Ausserdem gibst du ihre Telefonnummer weiter. Das ist eine persönliche Angabe, für die du ihr Einverständnis brauchst.
- Im Lebenslauf trägst du die Schnupperlehre ganz normal ein. Im Bewerbungsbrief erklärst du, was du dort gelernt hast und was davon im gewünschten Beruf wichtig ist. Du kannst auch anbieten, im Betrieb noch zu schnuppern.