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Aus der Vorlage Bewerbung für die Lehrstelle: Bewerbungsbrief, Lebenslauf, Vorstellungsgespräch

Vorstellungsgespräch vorbereiten und üben

Lektion 5 von 6

Darum geht es

Das Telefon klingelt: «Guten Tag, hier ist Frau Frei von der Gärtnerei. Wir möchten Sie gern zu einem Vorstellungsgespräch einladen.» Jetzt hast du die erste Hürde geschafft. Im Gespräch will der Betrieb herausfinden, ob du zum Beruf und ins Team passt. Und du findest heraus, ob der Betrieb zu dir passt. In dieser Lektion lernst du, wie ein Vorstellungsgespräch abläuft, wie du dich mit Leitfragen vorbereitest und wie du mit Sprache, Stimme und Körper überzeugst.

Erklärung

Ablauf eines Vorstellungsgesprächs

  1. Begrüssung und Einstieg: Händedruck oder freundlicher Gruss, ein paar Worte zur Anreise. Du wartest, bis man dir einen Platz anbietet.
  2. Vorstellung des Betriebs und der Lehre: Die Berufsbildnerin oder der Berufsbildner erzählt über den Betrieb und die Ausbildung.
  3. Fragen an dich: Motivation, Schule, Stärken und Schwächen, Freizeit, Erfahrungen aus der Schnupperlehre.
  4. Deine Fragen: Jetzt darfst du fragen. Wer keine Frage hat, wirkt weniger interessiert.
  5. Abschluss: Wie geht es weiter? Bis wann gibt es einen Entscheid? Dank und Verabschiedung.

Oft dauert das Gespräch 30 bis 60 Minuten. Manchmal sind auch deine Eltern eingeladen, manchmal folgt eine weitere Schnupperlehre.

Mit Leitfragen vorbereiten

LeitfrageDeine Vorbereitung
Was weiss ich über den Betrieb?Website lesen: Produkte, Grösse, Spezialitäten, Anzahl Lernende
Warum will ich diesen Beruf lernen?zwei konkrete Gründe, am besten aus der Schnupperlehre
Was kann ich gut?zwei Stärken mit je einem Beispiel
Was fällt mir schwer?eine echte Schwäche und was du dagegen tust
Was will ich wissen?zwei bis drei eigene Fragen notieren

Häufige Fragen und gute Antworten

  • «Erzähl etwas über dich.» Kurz und geordnet: Schule, Interessen, warum du dich für den Beruf interessierst. Nicht die ganze Lebensgeschichte.
  • «Warum möchtest du diesen Beruf lernen?» Konkrete Erlebnisse statt «weil er mir gefällt».
  • «Was ist deine grösste Schwäche?» Ehrlich, aber mit Lösung: «Ich bin manchmal ungeduldig, wenn etwas nicht sofort klappt. In der Schnupperlehre habe ich gemerkt, dass es hilft, wenn ich nachfrage, statt es allein zu erzwingen.»
  • «Wo hast du dich sonst noch beworben?» Ehrlich bleiben. Du darfst sagen, dass du dich auch anderswo beworben hast, und erklären, warum dieser Betrieb deine erste Wahl ist.

Hinweis: In der Lehrstellensuche duzen manche Betriebe die Jugendlichen. Du selbst bleibst beim Sie, bis man dir das Du anbietet.

Verbal, paraverbal, nonverbal

Im Gespräch wirkt nicht nur, was du sagst.

EbeneWas gehört dazu?Tipps
verbalWörter, Sätze, InhalteStandardsprache oder gepflegte Mundart, je nach Betrieb; ganze Sätze; konkrete Beispiele
paraverbalStimme, Lautstärke, Tempo, Pausendeutlich und nicht zu schnell sprechen; kurze Pause vor einer Antwort ist erlaubt
nonverbalBlick, Haltung, Gestik, Mimik, KleidungBlickkontakt, aufrecht sitzen, Hände ruhig, Handy aus und weg, gepflegt und passend zum Beruf gekleidet

Beispiele

Beispiel 1: Eine Antwort verbessern

Frage: «Warum möchtest du Polymechanikerin werden?»

Schwach: «Ja, also, weiss nicht, Technik ist halt cool.»

Besser: «In der Schnupperlehre habe ich an der Drehmaschine ein kleines Werkstück aus Aluminium hergestellt. Mir hat gefallen, dass man sehr genau arbeiten muss und am Schluss etwas in der Hand hält, das funktioniert. Mathematik und Geometrie liegen mir auch in der Schule.»

Beispiel 2: Eigene Fragen stellen

Gute Fragen zeigen Interesse an der Ausbildung:

  • «Wie sieht ein typischer Arbeitstag einer Lernenden im ersten Lehrjahr aus?»
  • «Wer ist im Betrieb meine Ansprechperson während der Lehre?»
  • «Gibt es die Möglichkeit, die Berufsmaturität zu machen?»

Weniger geschickt als erste Frage: «Wie viele Ferien habe ich?» Diese Information steht im Lehrvertrag. Als erste Frage wirkt sie, als wäre dir die Freizeit wichtiger als die Arbeit.

Merksatz

Bereite das Vorstellungsgespräch mit Leitfragen vor: Betrieb, Beruf, Stärken, Schwächen, eigene Fragen. Im Gespräch wirkst du durch verbale (Inhalt), paraverbale (Stimme) und nonverbale Mittel (Blick, Haltung, Kleidung). Konkrete Beispiele überzeugen mehr als allgemeine Aussagen.

Übungen

Grundlagen

  1. Ordne zu: verbal, paraverbal oder nonverbal? a) Blickkontakt b) ruhiges Sprechtempo c) ein Beispiel aus der Schnupperlehre d) aufrechte Haltung e) deutliche Aussprache
  2. Bring die Phasen in die richtige Reihenfolge: deine Fragen, Begrüssung, Abschluss, Fragen an dich, Vorstellung des Betriebs.

Weiter

  1. Beantworte schriftlich die Frage «Was ist deine grösste Stärke?» mit einem Beispiel (drei bis vier Sätze).
  2. Schreib drei eigene Fragen, die du einem Betrieb in deinem Wunschberuf stellen würdest.

Knobeln

  1. Spielt in Dreiergruppen ein Vorstellungsgespräch: eine Person als Berufsbildnerin oder Berufsbildner, eine als Bewerberin oder Bewerber, eine beobachtet mit der Tabelle «verbal, paraverbal, nonverbal». Tauscht danach die Rollen. Die beobachtende Person gibt zu jeder Ebene eine Rückmeldung: etwas Gelungenes und einen Tipp.
  2. Im Gespräch kommt eine unerwartete Frage: «Was würdest du tun, wenn dir ein Kunde unfreundlich begegnet?» Formuliere eine überlegte Antwort und erkläre, warum es in Ordnung ist, kurz nachzudenken.

Lösungen

  1. a) nonverbal. b) paraverbal. c) verbal. d) nonverbal. e) paraverbal.
  2. Begrüssung, Vorstellung des Betriebs, Fragen an dich, deine Fragen, Abschluss.
  3. Zum Beispiel: «Ich kann gut organisieren. Für unser Klassenlager habe ich mit einer Kollegin den Menüplan und die Einkaufsliste für zwanzig Personen gemacht. Wir sind mit dem Budget ausgekommen, und es hat allen geschmeckt.»
  4. Zum Beispiel: «Was lernt man im ersten Lehrjahr?», «Wie viele Lernende haben Sie zurzeit?», «Was schätzen Ihre Lernenden am meisten an der Ausbildung bei Ihnen?»
  5. Individuelle Lösung. Die Rückmeldungen sollen konkret sein, zum Beispiel: «Du hast beim Antworten oft zum Fenster geschaut. Schau öfter zur Berufsbildnerin.»
  6. Zum Beispiel: «Ich würde ruhig und freundlich bleiben und zuerst zuhören, was das Problem ist. Wenn ich nicht weiterweiss, würde ich eine erfahrene Mitarbeiterin um Hilfe bitten.» Eine kurze Pause zeigt, dass du die Frage ernst nimmst. Ein Satz wie «Das ist eine gute Frage, ich überlege kurz» hilft dabei.

Zur Vorlage: Bewerbung für die Lehrstelle: Bewerbungsbrief, Lebenslauf, Vorstellungsgespräch

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