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Aus der Vorlage Bewerbung für die Lehrstelle: Bewerbungsbrief, Lebenslauf, Vorstellungsgespräch

Bewerbungsdossier für die Lehrstelle zusammenstellen

Lektion 1 von 6

Darum geht es

Nach drei Tagen Schnupperlehre in einer Schreinerei weiss Luca: Das will ich lernen. Der Berufsbildner sagt am letzten Tag: «Schick uns deine Bewerbung bis Ende Oktober.» Zu Hause fragt sich Luca: Was genau soll ich schicken? Und wie? In dieser Lektion verschaffst du dir einen Überblick über den Weg zur Lehrstelle und darüber, was in ein vollständiges Bewerbungsdossier gehört.

Erklärung

Der Weg zur Lehrstelle

In der Schweiz suchen die meisten Jugendlichen im 8. und 9. Schuljahr eine Lehrstelle. Der Weg sieht oft so aus:

  1. Berufe erkunden: Interessen klären, Berufe kennenlernen, zum Beispiel im BIZ (Berufsinformationszentrum) oder auf berufsberatung.ch.
  2. Schnupperlehren: einige Tage in einem Betrieb mitarbeiten. So findest du heraus, ob der Beruf zu dir passt, und der Betrieb lernt dich kennen.
  3. Lehrstellen finden: Inserate lesen, zum Beispiel im Lehrstellennachweis auf berufsberatung.ch, auf Firmenwebsites oder durch Kontakte.
  4. Bewerben: Bewerbungsdossier zusammenstellen und verschicken, meist digital als PDF oder über ein Bewerbungsformular der Firma.
  5. Eignungstest: Viele Betriebe verlangen einen Test wie den Multicheck oder den Basic-Check.
  6. Vorstellungsgespräch und oft eine weitere Schnupperlehre.
  7. Zusage und Lehrvertrag: Die Lehre beginnt meistens im August.

Das Inserat genau lesen

Bevor du schreibst, liest du das Inserat wie ein Detektiv. Markiere:

  • Beruf und Abschluss: zum Beispiel Schreiner EFZ (Eidgenössisches Fähigkeitszeugnis, drei bis vier Jahre) oder Schreinerpraktiker EBA (Eidgenössisches Berufsattest, zwei Jahre).
  • Was der Betrieb erwartet: Schulniveau, Eigenschaften, Tests.
  • Welche Unterlagen verlangt werden und bis wann.
  • Wie du dich bewerben sollst: per Mail, Bewerbungsformular oder Post.
  • Ansprechperson mit Namen, damit du sie in der Anrede nennen kannst.

Was gehört ins Bewerbungsdossier?

UnterlageInhalt
Bewerbungsbrief (auch Motivationsschreiben)Warum dieser Beruf, warum dieser Betrieb, was du mitbringst. Eine A4-Seite.
LebenslaufPersonalien, Foto, Schulbildung, Schnupperlehren, Sprachen, Interessen, Referenzen.
ZeugnisseKopien der Zeugnisse der Sekundarschule, meist die letzten zwei bis drei.
SchnupperlehrberichteBestätigungen oder Beurteilungen aus Schnupperlehren, besonders im gewünschten Beruf.
Testergebnissezum Beispiel Multicheck oder Basic-Check, wenn verlangt oder wenn sie gut sind.
weitere NachweiseKurse, Diplome, Bestätigungen von Nebenjobs, wenn sie zur Stelle passen.

Digitale Bewerbung: Ordnung zahlt sich aus

  • Lege für jede Lehrstelle einen eigenen Ordner an.
  • Speichere alle Unterlagen als PDF.
  • Benenne die Dateien klar: bewerbungsbrief-schreiner-holzbau-meier.pdf, lebenslauf-luca-gerber.pdf.
  • Verwende eine seriöse E-Mail-Adresse, am besten mit deinem Namen. Eine Adresse wie kingluca2010@… wirkt nicht professionell.
  • Lass alles von einer erwachsenen Person gegenlesen: Lehrperson, Familie oder Berufsberatung.

Beispiele

Beispiel 1: Ein Inserat auswerten

Inserat (erfunden): «Die Gärtnerei Blumen Frei AG in Wetzikon bietet ab August 2027 eine Lehrstelle als Gärtnerin/Gärtner EFZ, Fachrichtung Pflanzenproduktion. Du arbeitest gern draussen, packst an und hast Freude an Pflanzen. Sekundarschule Abteilung A oder B. Bitte schicke uns dein vollständiges Bewerbungsdossier mit Multicheck bis 30. September per Mail an Frau Sandra Frei.»

Was?Antwort
Beruf, AbschlussGärtnerin EFZ, Fachrichtung Pflanzenproduktion, drei Jahre
Erwartungengern draussen, anpacken, Freude an Pflanzen, Sek A oder B
Unterlagenvollständiges Dossier, Multicheck
Frist, Weg30. September, per Mail
AnsprechpersonFrau Sandra Frei, Anrede: «Sehr geehrte Frau Frei»

Beispiel 2: Dossier prüfen

Mia schickt: Bewerbungsbrief als Word-Datei, Lebenslauf ohne Foto, Zeugnisse als Handyfotos, keinen Multicheck, obwohl er verlangt war.

Verbesserungen: Bewerbungsbrief als PDF, Foto im Lebenslauf (in der Schweiz üblich), Zeugnisse eingescannt und zu einem PDF zusammengefügt, Multicheck beilegen oder im Brief erklären, wann sie ihn macht.

Merksatz

Ein vollständiges Bewerbungsdossier besteht aus Bewerbungsbrief, Lebenslauf, Zeugnissen und weiteren Nachweisen wie Schnupperlehrberichten und Testergebnissen. Lies das Inserat genau und schick, was verlangt ist, sauber benannt als PDF und vor Ablauf der Frist.

Übungen

Grundlagen

  1. Bring die Schritte in die richtige Reihenfolge: Lehrvertrag, Schnupperlehre, Vorstellungsgespräch, Berufe erkunden, Bewerbung schicken.
  2. Erkläre die Abkürzungen EFZ und EBA.

Weiter

  1. Such auf berufsberatung.ch ein echtes Lehrstelleninserat in deiner Region für einen Beruf, der dich interessiert. Werte es mit der Tabelle aus Beispiel 1 aus.
  2. Schreib passende Dateinamen für deine Unterlagen zur Bewerbung als Fachfrau oder Fachmann Gesundheit EFZ im Spital Bülach.

Knobeln

  1. Ein Inserat nennt keine Ansprechperson. Wie findest du heraus, an wen du schreiben sollst? Nenne zwei Möglichkeiten.
  2. Warum lohnt es sich, eine Schnupperlehre genau im Betrieb zu machen, bei dem man sich bewirbt? Nenne zwei Gründe aus Sicht des Betriebs und zwei aus deiner Sicht.

Lösungen

  1. Berufe erkunden, Schnupperlehre, Bewerbung schicken, Vorstellungsgespräch, Lehrvertrag.
  2. EFZ: Eidgenössisches Fähigkeitszeugnis, Abschluss einer drei- oder vierjährigen beruflichen Grundbildung. EBA: Eidgenössisches Berufsattest, Abschluss einer zweijährigen Grundbildung mit eher praktischen Anforderungen.
  3. Individuelle Lösung. Prüfe, ob Beruf, Erwartungen, Unterlagen, Frist, Weg und Ansprechperson vollständig notiert sind.
  4. Zum Beispiel: bewerbungsbrief-fage-spital-buelach.pdf, lebenslauf-vorname-name.pdf, zeugnisse-sekundarschule.pdf, schnupperlehrbericht-fage.pdf.
  5. Auf der Website des Betriebs nachsehen (oft gibt es eine Seite «Lehrstellen» mit Kontakt) oder beim Betrieb anrufen und höflich nach der zuständigen Person fragen. Erst wenn das nicht möglich ist: «Sehr geehrte Damen und Herren».
  6. Betrieb: Er kennt dich schon und hat gesehen, wie du arbeitest. Er weiss, dass du den Beruf und den Betrieb kennst. Du: Du weisst, ob dir das Team und die Arbeit gefallen. Du kannst im Bewerbungsbrief konkrete Erlebnisse aus diesem Betrieb nennen.

Zur Vorlage: Bewerbung für die Lehrstelle: Bewerbungsbrief, Lebenslauf, Vorstellungsgespräch

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