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Aus der Vorlage Erörterung schreiben

Einleitung, Schluss und materialgestützte Erörterung

Lektion 5 von 6

Darum geht es

Die Argumente stehen. Jetzt fehlen noch der Anfang und das Ende, und in der Klassenarbeit liegen oft Materialien bei: ein Zeitungsartikel, eine Grafik, ein Interview. Eine gute Einleitung macht neugierig und führt zur Frage hin. Ein guter Schluss bringt die Abwägung auf den Punkt. Materialien liefern Belege, die stärker sind als bloße Vermutungen. In dieser Lektion lernst du, alle drei sicher einzusetzen.

Erklärung

Die Einleitung

Die Einleitung hat zwei Aufgaben: Sie weckt Interesse und führt zur Fragestellung hin. Typische Einstiege:

EinstiegBeispiel
aktueller Anlass„In immer mehr Bundesländern wird darüber diskutiert, private Handys an Schulen zu verbieten.“
persönliche Erfahrung„In unserer letzten Mathestunde vibrierte alle zwei Minuten irgendwo ein Handy.“
Begriffsklärung„Mit einem Handyverbot ist hier gemeint, dass private Smartphones während der Schulzeit ausgeschaltet in der Tasche bleiben.“
Material„Laut einer Umfrage an unserer Schule (vgl. M2) …“

Am Ende der Einleitung steht die Fragestellung, am besten als Frage oder als Satz, der sie aufgreift. Vermeide Floskeln wie „In meiner Erörterung geht es um …“ und verrate deine Position noch nicht.

Der Schluss

Der Schluss rundet ab. Er enthält:

  1. eine Abwägung: Welche Seite wiegt schwerer und warum? Nenne das entscheidende Argument.
  2. deine Position in einem klaren Satz.
  3. auf Wunsch einen Kompromiss, einen Ausblick oder einen Appell.

Keine neuen Argumente, keine Wiederholung aller Punkte.

Mit Materialien arbeiten

Bei einer materialgestützten Erörterung bekommst du Texte, Grafiken oder Tabellen. So gehst du vor:

  1. Auswerten: Lies jedes Material und notiere, welche Seite es stützt und mit welchem Argument.
  2. Prüfen: Wer spricht? Welche Interessen hat die Quelle? Wie aktuell und genau sind die Angaben?
  3. Einbauen: Nutze Materialien als Belege in deinen Argumenten. Kennzeichne sie: „(vgl. M1)“, „wie die Schulleiterin in M3 betont …“.
  4. Ergänzen: Materialien ersetzen nicht deine eigenen Gedanken. Ergänze sie durch eigene Argumente und Beispiele.

Beispiele

Übungsmaterial

Die folgenden Materialien wurden für diese Übung erfunden. Personen, Schule und Zahlen sind nicht echt.

M1: Leserbrief einer Schülerin (Klasse 10) „Seit an unserer Schule Handys im Unterricht und in den Pausen verboten sind, gibt es in den Pausen wieder richtige Gespräche. Mir war vorher gar nicht aufgefallen, wie oft wir alle nur auf unsere Bildschirme gestarrt haben.“

M2: Umfrage der Schülervertretung (240 Befragte)

Aussagestimme zu
Ich werde im Unterricht durch mein Handy abgelenkt.58 %
Ich brauche mein Handy in der Schule, um für meine Eltern erreichbar zu sein.41 %
Ein Handyverbot in den Pausen fände ich gut.23 %

M3: Aussage einer Schulleiterin „Ein Verbot allein reicht nicht. Wir müssen den Jugendlichen beibringen, mit dem Handy umzugehen. Sonst haben sie die Probleme mit 18 eben ohne uns.“

Beispiel 1: Materialien auswerten

MaterialStütztArgumentPrüfung
M1Pro Verbotmehr Gespräche in den PausenEinzelmeinung, aber anschauliche Erfahrung
M2, Zeile 1Pro VerbotAblenkung im Unterrichtmehr als die Hälfte stimmt zu, nur eine Schule
M2, Zeile 2 und 3KontraErreichbarkeit, geringe Zustimmung zum Pausenverbotzeigt, dass ein Pausenverbot wenig Rückhalt hat
M3Kontra (Erziehung statt Verbot)Medienkompetenz lernenFachperson, aber keine Zahlen

Beispiel 2: Ein Material als Beleg einbauen

Gegen ein Verbot spricht auch, dass die Schule den Umgang mit dem Handy vermitteln sollte, statt ihn nur zu untersagen. Darauf weist die Schulleiterin in M3 hin: Ohne Übung in der Schule hätten Jugendliche die Probleme später „ohne uns“. Wer nie gelernt hat, Benachrichtigungen auszuschalten oder Bildschirmzeiten zu begrenzen, steht damit spätestens in der Ausbildung allein da.

Das Material wird nicht nur erwähnt, sondern erklärt und weitergedacht.

Beispiel 3: Einleitung mit Material

Mehr als die Hälfte der Schülerinnen und Schüler einer Umfrage gibt an, im Unterricht durch das eigene Handy abgelenkt zu werden (vgl. M2). Nur 23 Prozent würden dagegen ein Verbot in den Pausen begrüßen (vgl. M2). Das zeigt, wie umstritten das Thema ist. Sollten private Handys an Schulen während der gesamten Schulzeit verboten werden?

Merksatz

Die Einleitung führt mit einem Anlass, einer Erfahrung, einer Begriffsklärung oder einem Material zur Fragestellung. Der Schluss wägt ab, nennt deine Position und bietet einen Kompromiss oder Ausblick, aber keine neuen Argumente. Materialien wertest du aus, prüfst ihre Herkunft und baust sie als gekennzeichnete Belege ein.

Übungen

Grundlagen

  1. Welcher Einstieg wird hier genutzt? a) „Jeden Morgen stehen vor unserer Schule zwanzig Elterntaxis im Halteverbot.“ b) „Unter einem Elterntaxi versteht man …“
  2. Finde zwei Fehler in diesem Schluss: „Zusammenfassend kann man sagen, dass es viele Argumente gibt. Außerdem sind Handys teuer. Jeder muss selbst entscheiden.“

Weiter

  1. Schreib eine Einleitung mit persönlicher Erfahrung zur Frage „Sollten Elterntaxis vor Schulen verboten werden?“
  2. Baue M2 (Zeile 2) als Beleg in einen Absatz der Kontra-Seite ein.

Knobeln

  1. M2 ist eine Umfrage an einer einzigen Schule, M3 die Meinung einer einzelnen Person. Wie gehst du in deiner Erörterung mit solchen Einschränkungen um? Formuliere einen Satz, der ein Material einordnet, ohne es zu entwerten.

Lösungen

  1. a) persönliche Erfahrung oder aktueller Anlass. b) Begriffsklärung.
  2. Erstens fehlt eine klare Abwägung und Position („Jeder muss selbst entscheiden“ weicht aus). Zweitens wird ein neues Argument eingeführt („Handys sind teuer“). Außerdem ist „Zusammenfassend kann man sagen, dass es viele Argumente gibt“ inhaltsleer.
  3. Zum Beispiel: „Als ich letzte Woche mit dem Fahrrad zur Schule fuhr, musste ich zweimal ausweichen, weil Autos mitten auf dem Radweg hielten, um Kinder aussteigen zu lassen. Solche Szenen gibt es jeden Morgen. Viele fordern deshalb, Elterntaxis direkt vor Schulen zu verbieten. Ist das eine sinnvolle Lösung?“
  4. Zum Beispiel: „Gegen ein vollständiges Verbot spricht außerdem das Bedürfnis nach Erreichbarkeit. In einer Umfrage gaben 41 Prozent der Befragten an, ihr Handy in der Schule zu brauchen, um für ihre Eltern erreichbar zu sein (vgl. M2). Gerade wenn sich Pläne kurzfristig ändern, etwa weil ein Training ausfällt, ist eine schnelle Nachricht für viele Familien wichtig.“
  5. Zum Beispiel: „Zwar stammt die Umfrage nur von einer Schule (vgl. M2), sie zeigt aber deutlich, dass Ablenkung durch Handys für viele Schülerinnen und Schüler ein alltägliches Problem ist.“ Du nennst die Einschränkung ehrlich und erklärst trotzdem, was das Material belegt.

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