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Aus der Vorlage Inhaltsangabe schreiben

Indirekte Rede in der Inhaltsangabe

Lektion 4 von 5

Darum geht es

In Geschichten sprechen Figuren miteinander. In einer Inhaltsangabe steht aber keine wörtliche Rede. Trotzdem ist manchmal wichtig, was jemand gesagt hat. Zum Beispiel ist Saras Vorwurf in „Sieben Tage ohne“ ein Wendepunkt. Dafür gibt es zwei Werkzeuge: die indirekte Rede mit dem Konjunktiv I und den Redebericht mit einem passenden Verb des Sagens.

Erklärung

Werkzeug 1: Indirekte Rede mit Konjunktiv I

Mit der indirekten Rede gibst du wieder, was jemand gesagt hat, ohne es wörtlich zu zitieren. Das Verb steht im Konjunktiv I. Er zeigt: Das hat eine Figur gesagt, nicht die Erzählerin oder der Erzähler.

So bildest du den Konjunktiv I: Nimm den Wortstamm des Verbs und hänge die Endung an. In der 3. Person Einzahl, die du in Inhaltsangaben am häufigsten brauchst, ist die Endung -e. Ausnahme ist „sein“: Hier heißt die Form „er sei“, ohne Endung.

InfinitivIndikativKonjunktiv I
kommener kommter komme
habensie hatsie habe
könnener kanner könne
wissensie weißsie wisse
werdener wirder werde
seinsie istsie sei

Ersatzform: Wenn der Konjunktiv I genauso aussieht wie der Indikativ (meist in der Mehrzahl: „sie kommen“), nimmst du den Konjunktiv II („sie kämen“) oder die Form mit „würde“ („sie würden kommen“).

Was sich sonst noch ändert

Wörtliche RedeIndirekte Rede
Pronomen aus Sicht der Sprecherin: „Ich habe dir geschrieben.“Pronomen aus Sicht des Berichtenden: Sara sagt, sie habe Lena geschrieben.
Zeit- und Ortsangaben: „morgen“, „hier“„am nächsten Tag“, „dort“
Fragen: „Kommst du am Samstag?“Sara fragt, ob Lena am Samstag komme.
Fragen mit Fragewort: „Wann kommst du?“Sara fragt, wann Lena komme.
Aufforderungen: „Gib mir das Handy.“Er fordert sie auf, sie solle ihm das Handy geben.

Werkzeug 2: Der Redebericht mit Sprechhandlungsverben

Oft musst du eine Rede gar nicht genau wiedergeben. Es reicht, die Absicht zu nennen. Dafür nutzt du ein Sprechhandlungsverb. Es sagt, was jemand mit seinen Worten tut.

AbsichtSprechhandlungsverben
etwas mitteilenerklären, berichten, erzählen, mitteilen
etwas behaupten oder bekräftigenbehaupten, versichern, betonen
etwas zugebenzugeben, einräumen, gestehen
widersprechenwidersprechen, einwenden, bezweifeln
etwas verlangenfordern, auffordern, verlangen, bitten
jemandem etwas vorhaltenvorwerfen, kritisieren, sich beschweren
etwas anbietenvorschlagen, anbieten, versprechen

Wörtlich: „Ich habe dir doch geschrieben. Du hast nicht einmal geantwortet.“
Redebericht: Sara wirft Lena vor, nicht auf ihre Einladung geantwortet zu haben.

Der Redebericht ist kürzer als die indirekte Rede. Er passt besonders gut in eine Inhaltsangabe. „sagen“ ist erlaubt, aber ein genaueres Verb ist fast immer besser.

Beispiele

Beispiel 1: Von der wörtlichen zur indirekten Rede

Original: „Wenn du durchhältst, mache ich einen Monat lang den Abwasch“, sagte Tim.

  1. Pronomen anpassen: du → sie (Lena), ich → er (Tim).
  2. Verben in den Konjunktiv I: durchhältst → durchhalte, mache → mache.
  3. Prüfen: „er mache“ unterscheidet sich vom Indikativ „er macht“. Keine Ersatzform nötig.

Tim verspricht, wenn Lena durchhalte, mache er einen Monat lang den Abwasch.

Beispiel 2: Eine Frage wiedergeben

Original: „Bist du froh, dass du es wiederhast?“, fragte Tim.

Tim fragt Lena, ob sie froh sei, dass sie ihr Handy wiederhabe.

Der Fragesatz wird zum Nebensatz mit „ob“. Das Fragezeichen fällt weg.

Beispiel 3: Ersatzform in der Mehrzahl

Original: „Wir haben fast eine Stunde geredet“, erzählten die Mädchen.

„sie haben“ wäre als Konjunktiv I gleich dem Indikativ. Deshalb Konjunktiv II:

Die Mädchen erzählen, sie hätten fast eine Stunde geredet.

Beispiel 4: Redebericht statt langer Rede

Original: „Du musst den Abwasch nicht machen“, sagte sie. „Aber nächste Woche bist du dran. Sieben Tage ohne.“

Lena verzichtet auf ihren Gewinn und fordert Tim auf, nun selbst eine Woche ohne Handy auszukommen.

Merksatz

Wörtliche Rede gehört nicht in die Inhaltsangabe. Gib Wichtiges in indirekter Rede mit Konjunktiv I wieder (er sei, sie habe, er komme). Sieht der Konjunktiv I aus wie der Indikativ, nimm den Konjunktiv II oder „würde“. Noch knapper ist der Redebericht mit einem passenden Sprechhandlungsverb (vorwerfen, versprechen, zugeben).

Übungen

Grundlagen

  1. Bilde den Konjunktiv I in der 3. Person Einzahl: gehen, müssen, sehen, sein, dürfen.
  2. Setze in die indirekte Rede: Sara sagt: „Ich feiere am Samstag.“
  3. Wähle das passende Sprechhandlungsverb: „Na gut, ich habe verloren“, sagt Tim. (vorwerfen, zugeben, behaupten)

Weiter

  1. Setze in die indirekte Rede und achte auf die Ersatzform: Die Eltern sagen: „Wir kommen heute später nach Hause.“
  2. Forme in einen Redebericht um: „Das ist doch Quatsch, ohne Handy hält es heute keiner eine Woche aus“, sagt ein Mitschüler.
  3. Gib in indirekter Rede wieder: Der Lehrer fragt: „Wer hat die Hausaufgaben vergessen?“

Knobeln

  1. Vergleiche die beiden Sätze. Was ist der Unterschied in der Aussage? a) Tim sagt, Lena hat gewonnen. b) Tim sagt, Lena habe gewonnen.

Lösungen

  1. er gehe, er müsse, er sehe, er sei, er dürfe.
  2. Sara sagt, sie feiere am Samstag.
  3. zugeben: Tim gibt zu, verloren zu haben.
  4. Die Eltern sagen, sie kämen an diesem Tag später nach Hause. (Auch richtig: sie würden an diesem Tag später nach Hause kommen.) „sie kommen“ wäre gleich dem Indikativ, deshalb Konjunktiv II. Aus „heute“ wird „an diesem Tag“, wenn die Rede nicht am selben Tag wiedergegeben wird.
  5. Zum Beispiel: Ein Mitschüler bezweifelt, dass heute noch jemand eine Woche ohne Handy auskomme. Oder: Ein Mitschüler hält es für unmöglich, eine Woche auf das Handy zu verzichten.
  6. Der Lehrer fragt, wer die Hausaufgaben vergessen habe.
  7. In Satz a (Indikativ) klingt es so, als stelle der Berichtende selbst fest, dass Lena gewonnen hat. In Satz b (Konjunktiv I) gibt der Berichtende nur Tims Aussage wieder, ohne sich selbst festzulegen. In Zeitungen und in Inhaltsangaben ist deshalb Satz b üblich. Umgangssprachlich wird oft Satz a verwendet.

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