Darum geht es
Stell dir vor, du liest im Netz eine kurze Beschreibung zu einem Film. Im ersten Satz willst du sofort wissen: Wie heißt er, was ist das für ein Film, und worum geht es ungefähr? Erst dann entscheidest du, ob du weiterliest. Bei einer Inhaltsangabe ist das genauso. Der erste Satz, der Basissatz, gibt die wichtigsten Informationen auf einen Blick.
Erklärung
Was in den Basissatz gehört
Der Basissatz (auch: Einleitungssatz) nennt:
| Baustein | Beispiel |
|---|---|
| Textsorte | Kurzgeschichte, Kalendergeschichte, Erzählung, Ballade, Fabel, Jugendbuchauszug |
| Titel | in Anführungszeichen: „Kannitverstan“ |
| Autorin oder Autor | mit Vor- und Nachnamen: Johann Peter Hebel |
| Erscheinungsjahr | wenn bekannt: 1808 |
| Thema | worum es im Kern geht, in einem Satzteil |
Das Thema ist der schwierigste Teil. Es ist nicht die Handlung, sondern das, worum es eigentlich geht. Frag dich: Was erlebt oder erkennt die Hauptfigur? Formuliere das allgemein und knapp.
Handlung: Ein Mädchen gibt eine Woche lang sein Handy ab.
Thema: wie wichtig ein Handy für Freundschaften wirklich ist
Satzmuster für den Basissatz
- In der Kurzgeschichte „…“ von … aus dem Jahr … geht es um …
- Die Kalendergeschichte „…“ von …, erschienen …, handelt von …
- … erzählt in der Erzählung „…“ (Jahr), wie …
- In „…“, einer Erzählung von …, wird dargestellt, wie …
Wechsle die Muster ab. Schreib den Basissatz im Präsens.
Was nicht in den Basissatz gehört
- Einzelheiten der Handlung („Am Sonntagabend legt Lena …“)
- deine Meinung („In der spannenden Geschichte …“)
- Floskeln wie „Ich schreibe jetzt eine Inhaltsangabe über …“
Beispiele
Beispiel 1: Basissatz zu „Sieben Tage ohne“
Schritt 1, Angaben sammeln: Textsorte Erzählung, Titel „Sieben Tage ohne“, Text der Seven Assistant Redaktion, Jahr unbekannt.
Schritt 2, Thema finden: Lena merkt, dass ihr das Handy weniger fehlt als gedacht und dass ein Anruf mehr bringt als Nachrichten. Allgemein: Es geht darum, was ein Leben ohne Handy mit Freundschaften macht.
Schritt 3, Satz bauen:
In der Erzählung „Sieben Tage ohne“ geht es um ein Mädchen, das bei einer Wette eine Woche auf sein Handy verzichtet und dabei merkt, dass es dieses weniger braucht als gedacht.
Der Satz ist lang, aber übersichtlich. Er nennt Textsorte, Titel, Hauptfigur und Thema.
Beispiel 2: Basissatz zu „Kannitverstan“
Die Kalendergeschichte „Kannitverstan“ von Johann Peter Hebel, erschienen 1808, handelt von einem Handwerksburschen, der durch ein Missverständnis erkennt, dass auch Reichtum nicht vor dem Tod schützt.
Hier steht das Thema im Relativsatz: „der durch ein Missverständnis erkennt, dass …“.
Beispiel 3: Einen schwachen Basissatz verbessern
Schwach:
Ich habe die tolle Geschichte „Kannitverstan“ gelesen. Da geht es um einen Mann, der in Amsterdam ein Haus sieht.
Probleme: Ich-Form, Wertung („tolle“), Autor und Textsorte fehlen, nur ein Handlungsdetail statt des Themas.
Verbessert: siehe Beispiel 2.
Merksatz
Der Basissatz nennt Textsorte, Titel, Autorin oder Autor, Erscheinungsjahr (wenn bekannt) und das Thema des Textes. Er steht im Präsens und enthält keine Wertung und keine Einzelheiten der Handlung.
Übungen
Grundlagen
- Welche Bausteine fehlen? „In der Geschichte geht es um einen Jungen.“
- Unterscheide Handlung und Thema. Ordne zu: a) Ein Steuermann bleibt auf einem brennenden Schiff am Steuer. b) Pflichtbewusstsein bis zur Selbstaufopferung
- Schreib einen Basissatz mit diesen Angaben: Ballade, „Erlkönig“, Johann Wolfgang von Goethe, 1782, Thema: ein Vater kann sein Kind auf einem nächtlichen Ritt nicht retten.
Weiter
- Verbessere den Basissatz: „In der traurigen Geschichte ‚Das Brot‘ von Borchert steht eine Frau nachts auf und sieht, dass ihr Mann in der Küche ist.“ Zusatzinformation: Kurzgeschichte von Wolfgang Borchert, 1946, Thema: wie eine Frau ihrem Mann eine Notlüge verzeiht und ihn dabei schont.
- Formuliere zwei verschiedene Basissätze zu „Sieben Tage ohne“ mit unterschiedlichen Satzmustern.
Knobeln
- Zwei Schüler streiten: Ist das Thema von „Kannitverstan“ „Missverständnisse“ oder „Zufriedenheit“? Wer hat recht? Begründe und formuliere ein Thema, das beides verbindet.
Lösungen
- Es fehlen Textsorte (genau), Titel, Autorin oder Autor, Erscheinungsjahr und das Thema. „Geschichte“ ist zu ungenau, „ein Junge“ ist keine Themenangabe.
- a) Handlung. b) Thema. Beide gehören zu „John Maynard“.
- Zum Beispiel: „In der Ballade ‚Erlkönig‘ von Johann Wolfgang von Goethe aus dem Jahr 1782 geht es um einen Vater, der sein Kind auf einem nächtlichen Ritt nicht retten kann.“
- Zum Beispiel: „In der Kurzgeschichte ‚Das Brot‘ von Wolfgang Borchert aus dem Jahr 1946 geht es um eine Frau, die ihrem Mann eine Notlüge verzeiht und ihn dabei schont.“ Entfernt wurden die Wertung („traurigen“) und die Handlungseinzelheit. Ergänzt wurden Textsorte, vollständiger Name und Jahr.
- Zum Beispiel: „Die Erzählung ‚Sieben Tage ohne‘ handelt von einem Mädchen, das wegen einer Wette eine Woche lang auf sein Handy verzichtet.“ und „In der Erzählung ‚Sieben Tage ohne‘ wird dargestellt, wie ein Mädchen ohne Handy merkt, dass ein Gespräch mehr wert sein kann als viele Nachrichten.“ Der zweite Satz nennt das Thema genauer.
- Beide haben einen Teil des Themas erfasst. Das Missverständnis ist das Mittel der Geschichte, die Zufriedenheit ihr Ergebnis. Ein Thema, das beides verbindet: „wie ein armer Handwerksbursche durch ein Missverständnis erkennt, dass Reichtum vergänglich ist, und dadurch zufrieden wird“.