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Aus der Vorlage Fabeln lesen und verstehen

Was ist eine Fabel? Merkmale und Aufbau

Lektion 1 von 5

Darum geht es

Kann ein Fuchs sprechen? In Wirklichkeit nicht. In einer Fabel schon. Dort reden Tiere, streiten und tricksen sich gegenseitig aus. Fabeln sind sehr alte Geschichten. Sie sind kurz, aber sie wollen uns etwas lehren. Lies zuerst diese Fabel.

Die Fabel

Der Fuchs und der Rabe (nacherzählt nach Äsop)

Ein Rabe hatte ein Stück Käse gefunden. Er flog damit auf einen hohen Ast und wollte es in Ruhe fressen. Da kam ein Fuchs vorbei. Er roch den Käse und bekam großen Hunger.

Der Fuchs setzte sich unter den Baum und rief: „Guten Tag, lieber Rabe. Was hast du für schöne, glänzende Federn. Du bist bestimmt der schönste Vogel im ganzen Wald. Wenn deine Stimme so schön ist wie deine Federn, dann bist du der König der Vögel.“

Der Rabe freute sich sehr über das Lob. Er wollte dem Fuchs zeigen, wie schön er singen konnte. Also öffnete er den Schnabel und krächzte laut. Da fiel der Käse hinunter. Der Fuchs schnappte ihn sofort.

„Mein lieber Rabe“, sagte der Fuchs mit vollem Mund, „eine Stimme hast du. Nur Verstand fehlt dir.“

Lehre: Wer sich gern loben lässt, wird leicht hereingelegt.

Erklärung

Woran erkennst du eine Fabel?

  • Die Figuren sind meistens Tiere. Sie sprechen und handeln wie Menschen.
  • Jedes Tier hat eine typische Eigenschaft. Der Fuchs ist schlau. Der Rabe ist eitel. Eitel bedeutet: Man will unbedingt bewundert werden.
  • Die Fabel ist kurz. Es gibt nur wenige Figuren, meistens zwei.
  • Die Tiere reden miteinander. Auf eine Rede folgt eine Gegenrede.
  • Am Ende steht oft eine Lehre. Sie sagt, was wir Menschen aus der Geschichte lernen können.

Der Aufbau einer Fabel

Fünf Kästen in einer Reihe mit Pfeilen: 1. Ausgangslage: Wer? Wo? 2. Ein Tier will etwas. 3. Rede und Gegenrede. 4. Das Ende: Wer gewinnt? 5. Die Lehre: Was lernen wir daraus?
So sind viele Fabeln aufgebaut.Eigene Darstellung

Wer war Äsop?

Einer der bekanntesten Fabeldichter hieß Äsop. Er lebte vor etwa 2600 Jahren in Griechenland. Über sein Leben weiß man nur wenig. Seine Fabeln werden bis heute erzählt, in vielen Sprachen. Später haben auch deutsche Dichter Fabeln geschrieben, zum Beispiel Gotthold Ephraim Lessing.

Beispiele

Beispiel 1: Die Merkmale in der Fabel

  • Tiere: Fuchs und Rabe
  • Eigenschaften: Der Fuchs ist schlau und listig. Der Rabe ist eitel.
  • Rede und Gegenrede: Der Fuchs lobt den Raben. Der Rabe antwortet nicht mit Worten, sondern krächzt. Am Ende spricht der Fuchs noch einmal und verspottet ihn.
  • Lehre: Wer sich gern loben lässt, wird leicht hereingelegt.

Beispiel 2: Was ist keine Fabel?

„Ein Hund spielt im Garten. Er holt einen Stock. Dann schläft er ein.“

Hier spricht kein Tier. Es gibt keinen Streit und keine Lehre. Das ist keine Fabel.

Merksatz

Merke: Eine Fabel ist eine kurze Geschichte. Meistens sprechen Tiere darin wie Menschen. Jedes Tier hat eine typische Eigenschaft. Am Ende steht oft eine Lehre für uns Menschen.

Übungen

Aufgabe 1 ★ Welche zwei Tiere kommen in der Fabel vor?

Aufgabe 2 ★ Was will der Fuchs haben?

Aufgabe 3 ★★ Warum öffnet der Rabe den Schnabel? Antworte in einem Satz.

Aufgabe 4 ★★ Schreib drei Merkmale einer Fabel auf.

Aufgabe 5 ★★★ Stell dir vor, du bist der Rabe. Was denkst du, nachdem der Käse weg ist? Schreib zwei Sätze in der Ich-Form.

Lösungen

Aufgabe 1: Ein Fuchs und ein Rabe.

Aufgabe 2: Den Käse des Raben.

Aufgabe 3: Der Rabe will dem Fuchs zeigen, wie schön er singen kann, weil der Fuchs ihn gelobt hat.

Aufgabe 4: Zum Beispiel: Tiere sprechen wie Menschen. Die Fabel ist kurz. Am Ende steht eine Lehre.

Aufgabe 5: Zum Beispiel: Wie dumm war ich nur. Der Fuchs wollte gar nicht mein Lied hören, er wollte nur meinen Käse.

Zur Vorlage: Fabeln lesen und verstehen

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