Darum geht es
Du sollst eine Geschichte schreiben. Du sitzt vor dem leeren Blatt. Und dir fällt nichts ein? Das geht vielen so, auch Erwachsenen. Gute Geschichten fangen nicht mit dem ersten Satz an. Sie fangen mit Ideen an. In dieser Lektion lernst du, wie du Ideen sammelst und ordnest.
Erklärung
Zwei Arten von Geschichten
- Eine Erlebniserzählung erzählt etwas, das du selbst erlebt hast. Zum Beispiel: ein Tag am Meer, ein verlorenes Kuscheltier, ein Streit mit dem besten Freund.
- Eine Fantasieerzählung erzählt etwas Ausgedachtes. Zum Beispiel: Du kannst plötzlich fliegen. Oder dein Hund kann sprechen.
Zuerst: Was ist das Ziel?
Lies die Schreibaufgabe genau. Frag dich:
- Soll ich etwas Erlebtes oder etwas Ausgedachtes erzählen?
- Wer soll meine Geschichte lesen? Die Klasse, meine Oma, ein jüngeres Kind?
Ideen sammeln mit einem Cluster
Schreib das Thema in die Mitte von einem Blatt. Kreis es ein. Schreib alles drumherum, was dir dazu einfällt. Verbinde die Wörter mit Strichen. Das nennt man Cluster. Hier darf alles stehen. Du sortierst später.
Ideen ordnen mit W-Fragen
Jetzt suchst du dir die beste Idee aus. Beantworte dazu diese Fragen:
| Frage | Beispiel |
|---|---|
| Wer? | Lina, 9 Jahre alt |
| Wo? | im Keller |
| Wann? | an einem Abend im Herbst |
| Was passiert? | Sie hört ein Kratzen. |
| Wie geht es aus? | Ein Igel hat sich verirrt. |
Ein Wortspeicher hilft
Sammle schon jetzt passende Wörter für deine Geschichte, zum Beispiel:
- Verben: schleichen, flüstern, zittern
- Adjektive: dunkel, unheimlich, erleichtert
- Satzanfänge: Plötzlich, Auf einmal, Zum Glück
Beispiele
Beispiel 1
Thema: Ein Abenteuer im Schnee
Cluster: Schlitten, Berg, kalt, Freundin Ida, Mütze verloren, Hund, Spuren, Sturz, heißer Kakao.
Ausgewählte Idee: Ida und ich suchen meine Mütze im Schnee. Ein Hund hilft uns.
Beispiel 2
Thema: Mein Kuscheltier wird lebendig
W-Fragen: Wer? Mein Teddy Bruno. Wo? In meinem Zimmer. Wann? In der Nacht. Was passiert? Bruno will Abenteuer erleben und klettert aus dem Fenster. Wie geht es aus? Am Morgen liegt er müde wieder im Bett.
Merksatz
Merke: Erst denken, dann schreiben. Kläre das Schreibziel. Sammle Ideen im Cluster. Ordne die beste Idee mit den W-Fragen. Leg einen Wortspeicher an.
Übungen
Aufgabe 1 ★ Erlebnis oder Fantasie? Ordne zu. a) Mein erster Tag im Schwimmbad. b) Ich werde für einen Tag unsichtbar. c) Unser Besuch im Zoo.
Aufgabe 2 ★ Mach einen Cluster zum Thema „Ein Tag im Freibad“. Schreib mindestens acht Wörter auf.
Aufgabe 3 ★★ Beantworte die W-Fragen für eine eigene Geschichte zum Thema „Das Geräusch in der Nacht“.
Aufgabe 4 ★★ Leg einen Wortspeicher zu deinem Thema aus Aufgabe 3 an: je drei Verben, Adjektive und Satzanfänge.
Aufgabe 5 ★★★ Für wen schreibst du? Schreib zu deiner Idee aus Aufgabe 3 zwei verschiedene erste Sätze: einen für ein Kind aus Klasse 1 und einen für deine Klasse.
Lösungen
Aufgabe 1: a) Erlebnis, b) Fantasie, c) Erlebnis
Aufgabe 2: Zum Beispiel: Sonne, Sprungturm, kaltes Wasser, Pommes, Handtuch, Freunde, Rutsche, Sonnenbrand, Bademeister.
Aufgabe 3: Zum Beispiel: Wer? Mein kleiner Bruder und ich. Wo? In unserem Zimmer. Wann? Mitten in der Nacht. Was passiert? Es raschelt unter dem Bett. Wie geht es aus? Es ist unsere Katze.
Aufgabe 4: Zum Beispiel: Verben: rascheln, flüstern, kriechen. Adjektive: finster, leise, mutig. Satzanfänge: Plötzlich, Da, Endlich.
Aufgabe 5: Zum Beispiel für Klasse 1: In der Nacht raschelt es unter meinem Bett. Für die Klasse: Es war kurz nach Mitternacht, als ich ein Rascheln unter meinem Bett hörte.