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Illustration: ein nebliger Waldweg bei Nacht unter dem Vollmond, rechts kahle dunkle Bäume vor rosa und orangefarbenem Licht, links weißer Nebel.

Deutsch · Niedersachsen · Sek I

Balladen untersuchen und vortragen

Eine Unterrichtsreihe für Klasse 7 und 8 zu vier gemeinfreien Balladen: „Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland“, „Erlkönig“, „Der Knabe im Moor“ und „John Maynard“. Die Schülerinnen und Schüler erarbeiten die Merkmale der Ballade, bestimmen Sprecher, Reimschema, Hebungen und sprachliche Mittel, untersuchen Spannungsaufbau und Rahmen, schreiben einen Zeitungsbericht und bereiten mit einer Sprechpartitur einen Vortrag vor. Alle Übungen haben Musterlösungen.

Klassen
7–8
Schulformen
Gymnasium, Oberschule
Umfang
7 Unterrichtsstunden
Fach
Deutsch
Bundesland
Niedersachsen

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Lernziele

  • Die Schülerinnen und Schüler weisen an Beispielen nach, dass Balladen erzählende, gedichthafte und dramatische Merkmale verbinden.
  • Die Schülerinnen und Schüler unterscheiden naturmagische Balladen und Heldenballaden.
  • Die Schülerinnen und Schüler bestimmen Sprecher, Strophen, Reimschema und Hebungen und benennen sprachliche Mittel mit ihrer Wirkung.
  • Die Schülerinnen und Schüler beschreiben den Spannungsaufbau einer Ballade und belegen ihre Aussagen mit Versangaben.
  • Die Schülerinnen und Schüler formen eine Ballade in einen sachlichen Zeitungsbericht um.
  • Die Schülerinnen und Schüler tragen eine Ballade mit Sprechpartitur sinngestaltend und auswendig vor.

Bezug zum Kerncurriculum

Kerncurriculum für das Gymnasium Schuljahrgänge 5–10 Deutsch (2015); Kerncurriculum für die Oberschule Schuljahrgänge 5–7 Deutsch (2020) (öffnet eine externe Seite)

  • Inhaltlicher Schwerpunkt: Umgang mit literarischen Texten
  • Kompetenzerwartung: ein Spektrum exemplarischer literarischer Werke kennen und deren spezifische Merkmale unterscheiden (Erzählung, Märchen, Fabel, Sage, Gedicht, Jugendbuch, Dialog‑Szenen, Kurzgeschichte, Novelle, Ballade, Drama, Roman, Parabel, etc.)
  • Kompetenzerwartung: wesentliche inhaltliche, sprachliche und formale Elemente literarischer Texte analytisch erschließen und Fachbegriffe anwenden
  • Kompetenzerwartung: tragen Balladen und kurze Dialoge sinngestaltend auswendig vor.
  • Kompetenzerwartung: setzen paraverbale und nonverbale Äußerungsformen ein wie Betonung, Sprechtempo, Lautstärke, Stimmführung, Körpersprache.
  • Kompetenzerwartung: Inhalt, Sprache und Form literarischer Texte mithilfe handlungs‑ und produktionsorientierter Verfahren erschließen (Perspektivwechsel, alternative Schlüsse, Parallel‑/Gegentexte, Leerstellen, Standbilder, szenische Umsetzung, mediale Transformationen, Rollenbiografien)

Ablauf

  1. Abschnitt 1

    Merkmale einer Ballade

    An Fontanes „Herr von Ribbeck“ zeigen, dass Balladen erzählen, gedichthaft gebaut und dramatisch sind.

  2. Abschnitt 2

    Erlkönig: Sprecher und Spannung

    Mit Sprechertabelle und Spannungskurve Goethes „Erlkönig“ erschließen und zwei Deutungen begründen.

  3. Abschnitt 3

    Reim, Metrum und sprachliche Mittel

    Reimschema, Hebungen und sprachliche Mittel an „Der Knabe im Moor“ bestimmen und ihre Wirkung beschreiben.

  4. Abschnitt 4

    John Maynard: eine Heldenballade

    Countdown, Dialog und Rahmen als Mittel der Spannung untersuchen und die Ballade in einen Zeitungsbericht umschreiben.

    • Lektion

      John Maynard: eine Heldenballade untersuchen

      Ein Schiff brennt, das Ufer ist noch zwanzig Minuten entfernt. Einer muss am Steuer bleiben, obwohl dort der Qualm am dichtesten ist. Theodor…

    • Aufgabe

      Zeitungsbericht zum Schiffsbrand

      Schreib einen Zeitungsbericht über den Brand auf der „Schwalbe“ (etwa 120 bis 150 Wörter).

      • Überschrift und Ortsangabe am Anfang
      • Antworten auf die W-Fragen: Wer? Was? Wo? Wann? Wie? Warum?
      • sachliche Sprache im Präteritum, keine Verse und keine Zitate aus der Ballade
      • Das Wichtigste steht im ersten Absatz.

      Markiere zum Schluss in deinem Text, wo du welche W-Frage beantwortet hast.

  5. Abschnitt 5

    Eine Ballade vortragen

    Mit einer Sprechpartitur einen Vortrag planen, Figuren stimmlich unterscheiden und das Gelernte im Selbsttest sichern.

    • Lektion

      Eine Ballade vortragen: Sprechpartitur und Selbsttest

      Balladen wurden früher nicht still gelesen, sondern vorgetragen: am Kamin, in der Schule, auf der Bühne. Erst beim lauten Sprechen merkt man, wie…

    • Aufgabe

      Vortrag mit Sprechpartitur

      Wähle eine der vier Balladen aus dieser Reihe. Bei „Erlkönig“ trägst du die ganze Ballade vor, bei den längeren Balladen mindestens drei Strophen.

      1. Erstelle eine Sprechpartitur mit den Zeichen aus der Lektion.
      2. Begründe schriftlich drei deiner Entscheidungen.
      3. Lerne den Text auswendig und nimm deinen Vortrag als Audiodatei auf oder trage ihn in der Klasse vor.

      Bewertet werden: Textsicherheit, Betonung und Pausen, Unterscheidung der Figuren, Tempo und Begründung der Partitur.

Hinweise für Lehrkräfte

Einordnung

Im Kerncurriculum Gymnasium (2015) gehört „Gedicht/Ballade“ zum Doppeljahrgang 7/8. Bis Ende Klasse 8 tragen die Schülerinnen und Schüler Balladen sinngestaltend auswendig vor und wenden die Fachbegriffe aus Klasse 5/6 (Vers, Strophe, Reim, Metrum, Vergleich, Personifikation) sowie lyrisches Ich/Sprecher, Metapher und Symbol an. Im Kerncurriculum Oberschule 5–7 (2020) steht der auswendige, sinngestaltende Balladenvortrag am Ende von Klasse 7, ebenso umarmender Reim, Schweifreim und rhetorische Mittel wie Personifikation und Vergleich. Für die Oberschule eignet sich die Reihe deshalb in Klasse 7, für das Gymnasium in Klasse 7 oder 8.

Textauswahl und Rechte

Alle vier Balladen sind gemeinfrei (Goethe, Fontane, Droste-Hülshoff). Die Lektionen zitieren sie nach Wikisource in der Schreibung der zugrunde liegenden Ausgaben (zum Beispiel „faßt“, „Thurme“). Jede Lektion druckt ihre Ballade vollständig mit Verszählung ab, in der Zeichensetzung der Vorlage. Die Wikisource-Links führen zu den Scans der Ausgaben und beim „Erlkönig“ zu Hörfassungen.

Zeitplan (7 Stunden)

StundeInhalt
1Merkmale der Ballade an „Herr von Ribbeck“
2„Erlkönig“: Sprechertabelle, Spannungskurve, zwei Deutungen
3Form und Sprache: Reimschema, Hebungen, sprachliche Mittel an „Der Knabe im Moor“
4–5„John Maynard“: Heldenballade, Countdown, Rahmen; Zeitungsbericht schreiben
6–7Sprechpartitur, Vortrag, Selbsttest und Vergleich

Für den auswendigen Vortrag sollten Sie zusätzlich eine Vortragsstunde einplanen, wenn alle Schülerinnen und Schüler vortragen sollen.

Didaktische Hinweise

  • Lassen Sie den „Erlkönig“ zuerst hören, nicht lesen. Die Frage „Wer spricht hier?“ entsteht dann von selbst. Schuberts Vertonung (1815) zeigt eindrücklich, wie eine Stimme vier Figuren gestaltet.
  • Die Sprechertabelle ist der Schlüssel zum „Erlkönig“, weil nur die Erlkönig-Reden in Anführungszeichen stehen.
  • Bestehen Sie bei sprachlichen Mitteln auf dem Dreischritt Mittel, Beleg, Wirkung. Reine Begriffslisten sind der häufigste Mangel in Klassenarbeiten.
  • Der Zeitungsbericht zu „John Maynard“ schult den Wechsel von literarischer zu sachlicher Sprache und verbindet die Reihe mit dem informierenden Schreiben.

Typische Schwierigkeiten

  • Nacherzählen statt Untersuchen: Viele Schülerinnen und Schüler geben nur die Handlung wieder. Fragen Sie konsequent nach dem Wie.
  • Sprecherwechsel im „Erlkönig“ werden übersehen, vor allem in Strophe 2 und 7.
  • Das Reimschema wird über Strophengrenzen hinweg falsch weitergezählt oder Kreuzreim und umarmender Reim werden verwechselt.
  • Metrum: Ein strenges Versmaß wird erzwungen, wo die Ballade frei füllt. Das Zählen der Hebungen ist in Klasse 7 ausreichend und tragfähiger.
  • Die alte Rechtschreibung und das Plattdeutsch in „Herr von Ribbeck“ verunsichern. Die Worterklärungen in Lektion 1 helfen.

Differenzierung

  • Grundlagen: Sprechertabelle mit vorgegebenen Zeilen, Reimschema an einer Strophe.
  • Weiter: Analysesätze mit Wirkung, Stimmungsvergleich mit Zitaten.
  • Knobeln: zwei Deutungen des „Erlkönigs“ belegen, Stellungnahme zu John Maynard. Leistungsstarke Schülerinnen und Schüler können zusätzlich Fontanes „Die Brück’ am Tay“ (gemeinfrei) eigenständig untersuchen.

Prozessbezogene Kompetenzen

Die Reihe fördert das Belegen von Aussagen am Text, das Verwenden von Fachbegriffen im Zusammenhang, produktive Verfahren (Textsortenwechsel) und das sinngestaltende Sprechen vor anderen.

Häufige Fragen

In welcher Klasse werden Balladen in Niedersachsen behandelt?

Am Gymnasium im Doppeljahrgang 7/8, an der Oberschule bis Ende Klasse 7. Beide Kerncurricula verlangen den auswendigen, sinngestaltenden Balladenvortrag.

Welche Balladen werden verwendet?

„Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland“ und „John Maynard“ von Theodor Fontane, „Erlkönig“ von Goethe und „Der Knabe im Moor“ von Annette von Droste-Hülshoff. Alle Texte sind gemeinfrei und über Wikisource frei verlinkt.

Wie viele Stunden brauche ich?

Sieben Unterrichtsstunden zu 45 Minuten. Wenn alle Schülerinnen und Schüler vortragen sollen, planen Sie eine weitere Stunde ein.

Wird das Metrum streng bestimmt?

Die Reihe führt Jambus, Trochäus, Daktylus und Anapäst an Einzelwörtern ein. In den Balladen selbst zählen die Schülerinnen und Schüler die Hebungen, weil die Verse frei gefüllt sind.

Quellen

Bildnachweise

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