Zum Inhalt springen

Aus der Vorlage Konsum, Markt und Preis: Konsumentscheidungen Jugendlicher

Marktmodell: Preisbildung durch Angebot und Nachfrage

Lektion 4 von 6

Darum geht es

Warum kosten Erdbeeren im Juni weniger als im Januar? Warum werden Konzertkarten für eine beliebte Band im Weiterverkauf plötzlich doppelt so teuer? Und warum sinkt der Preis für eine Spielkonsole, wenn eine neue Generation erscheint? Hinter all dem steckt ein einfaches Modell: der Markt mit Angebot und Nachfrage.

Erklärung

Was ist ein Markt?

Ein Markt ist jeder Ort, an dem Anbieter und Nachfrager zusammentreffen, um Güter zu tauschen. Das kann ein Wochenmarkt sein, ein Supermarkt, eine Online-Plattform oder der Arbeitsmarkt. Auf dem Markt bildet sich ein Preis.

Nachfrage und Angebot

  • Nachfrage: Je niedriger der Preis, desto mehr wollen die Käufer kaufen. Die Nachfragekurve fällt.
  • Angebot: Je höher der Preis, desto mehr wollen die Verkäufer anbieten, weil sich die Herstellung mehr lohnt. Die Angebotskurve steigt.
Preis-Mengen-Diagramm mit fallender Nachfragekurve und steigender Angebotskurve, die sich im Marktgleichgewicht schneiden.
Das Marktmodell, eigene Darstellung. Im Schnittpunkt sind angebotene und nachgefragte Menge gleich.Eigene Darstellung

Das Marktgleichgewicht

Dort, wo sich die beiden Kurven schneiden, liegt das Marktgleichgewicht. Zum Gleichgewichtspreis wollen die Käufer genau so viel kaufen, wie die Verkäufer anbieten.

  • Ist der Preis höher, wird mehr angeboten als nachgefragt (Angebotsüberhang). Die Händler bleiben auf Ware sitzen und senken die Preise.
  • Ist der Preis niedriger, wird mehr nachgefragt als angeboten (Nachfrageüberhang). Die Ware ist schnell ausverkauft, und die Preise steigen.

Verschiebungen

Ändern sich die Bedingungen, verschieben sich die Kurven:

  • Wird ein Produkt beliebter, etwa durch einen Trend, steigt die Nachfrage bei jedem Preis. Gleichgewichtspreis und -menge steigen.
  • Wird die Herstellung billiger oder kommen neue Anbieter hinzu, steigt das Angebot. Der Preis sinkt, die Menge steigt.

Im folgenden Diagramm kannst du mit dem Regler die Nachfrage verändern. Die Werte sind ein vereinfachtes Beispiel.

Interaktive Grafik: Nachfrage, Angebot

Funktionen des Preises

Der Preis ist mehr als eine Zahl auf dem Etikett. Er erfüllt Aufgaben:

  • Signalfunktion: Er zeigt, wie knapp ein Gut ist.
  • Ausgleichsfunktion: Er bringt Angebot und Nachfrage ins Gleichgewicht.
  • Lenkungsfunktion: Er lenkt Arbeit, Rohstoffe und Kapital dorthin, wo Güter besonders gefragt sind.
  • Auslesefunktion: Anbieter, die zu teuer produzieren, scheiden aus. Nachfrager, die den Preis nicht zahlen können oder wollen, verzichten.

Das Modell ist eine Vereinfachung. Echte Märkte haben oft nur wenige große Anbieter, Käufer kennen nicht alle Preise, und manche Preise legt der Staat fest oder beeinflusst sie, etwa durch Steuern oder den Mindestlohn.

Beispiele

Beispiel 1: Gleichgewicht berechnen

Im Diagramm oben gilt bei n = 8: Nachfrage p = 8 − 0,5x, Angebot p = 1 + 0,5x.

  • Gleichsetzen: 8 − 0,5x = 1 + 0,5x.
  • 7 = x, also Menge x = 7.
  • Preis: p = 1 + 0,5 · 7 = 4,5.

Steigt die Nachfrage auf n = 10, ergibt sich x = 9 und p = 5,5. Höhere Nachfrage führt zu höherem Preis und größerer Menge.

Beispiel 2: Erdbeeren im Jahreslauf

Im Juni reifen in Deutschland viele Erdbeeren, das Angebot ist groß, der Preis niedrig. Im Januar müssen Erdbeeren aus fernen Ländern eingeflogen oder in beheizten Gewächshäusern angebaut werden. Das Angebot ist klein und teuer, der Preis hoch. Gleichzeitig ist die Nachfrage im Winter geringer.

Merksatz

Auf einem Markt treffen Angebot und Nachfrage zusammen. Die Nachfrage sinkt mit steigendem Preis, das Angebot steigt. Im Marktgleichgewicht stimmen beide überein. Der Preis hat Signal-, Ausgleichs-, Lenkungs- und Auslesefunktion.

Übungen

Grundlagen

  1. Beschreibe den Verlauf von Angebots- und Nachfragekurve und begründe ihn.
  2. Erkläre die Begriffe Angebotsüberhang und Nachfrageüberhang.
  3. Nenne die vier Funktionen des Preises.

Weiter

  1. Erläutere die Preisbildung mithilfe des Marktmodells am Beispiel einer neuen Spielkonsole, die kurz nach dem Start ausverkauft ist.
  2. Berechne das Gleichgewicht für n = 6 im Diagramm.

Knobeln

  1. Ein Konzertveranstalter verkauft Karten für 60 Euro. Nach zehn Minuten sind alle weg, im Weiterverkauf kosten sie 150 Euro. Erkläre mit dem Marktmodell und überprüfe, ob ein höherer Preis gerechter wäre.
  2. Überprüfe die Grenzen des Modells: Nenne zwei Gründe, warum echte Preise oft nicht dem Modell entsprechen.

Lösungen

  1. Die Nachfragekurve fällt: Bei niedrigerem Preis kaufen mehr Menschen oder mehr Stück. Die Angebotskurve steigt: Bei höherem Preis lohnt sich die Herstellung mehr, es wird mehr angeboten.
  2. Angebotsüberhang: Zum geltenden Preis wird mehr angeboten als nachgefragt, der Preis ist zu hoch. Nachfrageüberhang: Es wird mehr nachgefragt als angeboten, der Preis ist zu niedrig.
  3. Signalfunktion, Ausgleichsfunktion, Lenkungsfunktion, Auslesefunktion.
  4. Zum Startpreis ist die Nachfrage größer als das Angebot (Nachfrageüberhang). Händler und Wiederverkäufer erhöhen Preise. Gleichzeitig steigert der Hersteller die Produktion. Mit der Zeit nähern sich Angebot und Nachfrage an, der Preis sinkt Richtung Gleichgewicht.
  5. 6 − 0,5x = 1 + 0,5x, also x = 5. p = 1 + 0,5 · 5 = 3,5.
  6. Erwartungshorizont: Der Preis von 60 Euro lag unter dem Gleichgewichtspreis, es gab einen Nachfrageüberhang. Im Weiterverkauf bildet sich ein höherer Preis. Ein höherer Erstverkaufspreis würde den Gewinn zum Veranstalter statt zu Wiederverkäufern lenken. Ob das gerechter ist, ist ein Werturteil: Hohe Preise schließen Fans mit wenig Geld aus, Verlosungen oder personalisierte Karten wären Alternativen.
  7. Zum Beispiel: wenige große Anbieter, die Preise beeinflussen können, fehlende Information der Käufer, staatliche Eingriffe wie Steuern oder Höchstpreise, Gewohnheiten und Gefühle beim Kauf.

Zur Vorlage: Konsum, Markt und Preis: Konsumentscheidungen Jugendlicher

Die Vorlage in Ihrem Kurs

Mit einem kostenlosen Konto übernehmen Sie die Vorlage als eigenen Kurs.