Darum geht es
Neue Kopfhörer, ein Kinobesuch mit Freunden, ein Spiel für die Konsole und dann noch Geld für das Geburtstagsgeschenk der Schwester: Die Wünsche sind fast immer größer als das Geld im Portemonnaie. Das ist kein persönliches Pech, sondern ein Grundproblem jeder Wirtschaft. In dieser Lektion geht es darum, woher Jugendliche Geld haben und wie man gut damit umgeht.
Erklärung
Bedürfnisse und Knappheit
Bedürfnisse sind Wünsche, die aus dem Gefühl eines Mangels entstehen. Man unterscheidet oft:
- Existenzbedürfnisse: Essen, Trinken, Kleidung, Wohnung.
- Kulturbedürfnisse: Bildung, Musik, Reisen, Sport.
- Luxusbedürfnisse: Dinge, die über das Übliche hinausgehen, etwa ein sehr teures Handy.
Was als Luxus gilt, hängt von Zeit, Ort und Person ab. Die Bedürfnisse sind nahezu unbegrenzt, die Mittel aber begrenzt. Diesen Zustand nennt man Knappheit. Wer knapp ist, muss auswählen und verzichten. Wenn du dich für die Kopfhörer entscheidest, verzichtest du auf das Spiel. Dieser Verzicht heißt Opportunitätskosten.
Woher Jugendliche Einkommen haben
- Taschengeld von den Eltern, meist wöchentlich oder monatlich.
- Geldgeschenke zu Geburtstag, Feiertagen oder Zeugnissen.
- Nebenjobs, zum Beispiel Zeitungen austragen, Babysitten, Nachhilfe geben.
Für Nebenjobs gelten Regeln aus dem Jugendarbeitsschutzgesetz: Kinder unter 13 Jahren dürfen grundsätzlich nicht arbeiten. Ab 13 Jahren sind mit Einwilligung der Eltern leichte und für Kinder geeignete Tätigkeiten erlaubt, höchstens zwei Stunden am Tag, nicht zwischen 18 und 8 Uhr und nicht vor oder während des Schulunterrichts.
Einkommen verwenden
Wer Geld hat, kann es ausgeben (konsumieren), sparen oder verschenken. Ein Budgetplan hilft, den Überblick zu behalten: Man schreibt Einnahmen und Ausgaben auf und vergleicht sie. Dabei unterscheidet man feste Ausgaben, die regelmäßig anfallen, etwa ein Handyvertrag oder ein Vereinsbeitrag, von variablen Ausgaben, die sich ändern, etwa Snacks oder Kino.
Wenn Preise steigen
Geld verliert an Wert, wenn die Preise steigen. Das heißt Inflation. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts lagen die Verbraucherpreise in Deutschland im Jahresdurchschnitt 2025 um 2,2 Prozent höher als 2024. Nahrungsmittel wurden um 2,0 Prozent teurer, Zucker, Marmelade, Honig und andere Süßwaren sogar um 5,9 Prozent. Energie wurde dagegen um 2,4 Prozent billiger (Quelle: Destatis, Pressemitteilung Nr. 019 vom 16. Januar 2026). Bleibt das Taschengeld gleich, kann man sich also etwas weniger davon kaufen.
Beispiele
Beispiel 1: Ein Monatsbudget
Mia, 14 Jahre, bekommt 30 Euro Taschengeld im Monat und verdient mit Babysitten etwa 20 Euro.
| Einnahmen | Euro | Ausgaben | Euro |
|---|---|---|---|
| Taschengeld | 30 | Handytarif (Prepaid) | 10 |
| Babysitten | 20 | Snacks und Getränke | 12 |
| Kino mit Freunden | 9 | ||
| Sparen für Kopfhörer | 15 | ||
| Summe | 50 | Summe | 46 |
Es bleiben 4 Euro als Reserve. Für Kopfhörer zu 90 Euro braucht Mia bei 15 Euro pro Monat 90 : 15 = 6 Monate.
Beispiel 2: Inflation rechnen
Ein Schokoriegel kostet 1,00 Euro. Steigen die Preise für Süßwaren wie 2025 um 5,9 Prozent, kostet er danach 1,00 · 1,059 ≈ 1,06 Euro. Mit 30 Euro kann man vorher 30 Riegel kaufen, nachher nur noch 28.
Merksatz
Weil Bedürfnisse unbegrenzt, Mittel aber knapp sind, müssen wir auswählen. Jugendliche haben Einkommen aus Taschengeld, Geschenken und Nebenjobs. Ein Budgetplan zeigt, ob Einnahmen und Ausgaben zusammenpassen. Steigende Preise (Inflation) verringern, was man sich vom gleichen Geld kaufen kann.
Übungen
Grundlagen
- Beschreibe den Unterschied zwischen Existenz-, Kultur- und Luxusbedürfnissen an je einem Beispiel.
- Nenne drei Einkommensquellen Jugendlicher.
- Erkläre den Begriff Knappheit.
Weiter
- Jonas, 13, möchte jeden Tag drei Stunden Prospekte austragen. Prüfe, ob das erlaubt ist.
- Erstelle einen Budgetplan für einen Monat mit 40 Euro Einnahmen. Plane feste und variable Ausgaben und einen Sparbetrag ein.
Knobeln
- Berechne: Ein Handytarif kostet 9,99 Euro im Monat. Was kostet er im Jahr? Wie viele Kinobesuche zu 9 Euro wären das?
- Nimm Stellung: „Taschengeld sollte jedes Jahr um die Inflationsrate erhöht werden.“
Lösungen
- Zum Beispiel: Existenz: Essen. Kultur: Musikunterricht. Luxus: Designerkleidung. Andere Beispiele sind möglich, die Einordnung hängt teilweise von der Situation ab.
- Taschengeld, Geldgeschenke, Nebenjobs.
- Knappheit bedeutet, dass die verfügbaren Mittel nicht ausreichen, um alle Bedürfnisse zu befriedigen. Deshalb muss man auswählen.
- Mit 13 Jahren ist leichte Arbeit wie Prospekte austragen mit Einwilligung der Eltern erlaubt, aber höchstens zwei Stunden am Tag. Drei Stunden sind nicht erlaubt.
- Individuelle Lösung. Erwartungshorizont: Einnahmen und Ausgaben stehen getrennt, feste und variable Ausgaben sind unterschieden, die Summe der Ausgaben übersteigt die Einnahmen nicht.
- 9,99 · 12 = 119,88 Euro im Jahr. 119,88 : 9 ≈ 13,3, also etwa 13 Kinobesuche.
- Erwartungshorizont: Dafür: Die Kaufkraft bleibt gleich, Kinder werden nicht schlechter gestellt. Dagegen: Das Familieneinkommen steigt nicht immer mit, Taschengeld ist eine freiwillige Leistung, und Jugendliche können selbst zuverdienen. Ein begründetes eigenes Urteil schließt ab.