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Flache Illustration eines leeren Plenarsaals mit halbkreisförmigen Sitzreihen in Rosa- und Orangetönen, daneben eine durchsichtige Wahlurne, in die ein gefalteter Stimmzettel fällt, darüber eine gläserne Kuppel.

Politik-Wirtschaft · Niedersachsen · Sek I

Parteien, Bundestagswahl und Gesetzgebung

Eine Unterrichtsreihe für Politik-Wirtschaft in Klasse 9/10 am Gymnasium. Die Schülerinnen und Schüler beschreiben Aufgaben der Parteien nach Artikel 21 GG, wenden die Wahlrechtsgrundsätze auf Fälle an und erklären das Wahlsystem mit Fünfprozenthürde, Grundmandatsklausel und Zweitstimmendeckung am Ergebnis der Bundestagswahl 2025. Sie vergleichen die Verfassungsorgane im Gesetzgebungsverfahren, untersuchen die Rolle von Verbänden und Medien und analysieren die Erhöhung des Mindestlohns mit dem Politikzyklus. Alle Streitfragen erscheinen kontrovers.

Klassen
9–10
Schulformen
Gymnasium
Umfang
8 Unterrichtsstunden
Fach
Politik-Wirtschaft
Bundesland
Niedersachsen

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Lernziele

  • Die Schülerinnen und Schüler beschreiben Aufgaben und Funktionen der Parteien und die Regeln des Artikels 21 GG.
  • Die Schülerinnen und Schüler erklären die fünf Wahlrechtsgrundsätze und wenden sie auf Fälle an.
  • Die Schülerinnen und Schüler beschreiben das Wahlsystem bei Bundestagswahlen mit Erst- und Zweitstimme, Fünfprozenthürde, Grundmandatsklausel und Zweitstimmendeckung und berechnen eine einfache Sitzverteilung.
  • Die Schülerinnen und Schüler vergleichen Bundestag, Bundesrat, Bundesregierung und Bundespräsident hinsichtlich ihrer Funktionen in der Gesetzgebung.
  • Die Schülerinnen und Schüler beschreiben die Rollen von Verbänden und Medien und erklären mit dem Politikzyklus einen aktuellen Entscheidungsprozess.
  • Die Schülerinnen und Schüler erörtern Lösungsmöglichkeiten politischer Streitfragen und unterscheiden Sach- und Werturteile.

Bezug zum Kerncurriculum

Kerncurriculum für das Gymnasium Schuljahrgänge 8–10 Politik-Wirtschaft (Niedersachsen, 2015) (öffnet eine externe Seite)

  • Inhaltsbereich: Politische Willensbildungs- und Entscheidungsprozesse auf Bundesebene
  • Kompetenzerwartung: beschreiben das Wahlsystem bei Bundestagswahlen und dessen Funktionen.
  • Kompetenzerwartung: vergleichen die Verfassungsorgane hinsichtlich ihrer Funktionen im Prozess der Gesetzgebung.
  • Kompetenzerwartung: beschreiben Aufgaben und Funktionen der Parteien sowie die Rollen von Verbänden und Medien im politischen Prozess.
  • Kompetenzerwartung: erklären mithilfe des Politikzyklus ökonomische und politische Zusammenhänge, Interessen, Lösungsmöglichkeiten und Auswirkungen eines aktuellen Entscheidungsprozesses.
  • Kompetenzerwartung: erörtern Lösungsmöglichkeiten eines aktuellen Entscheidungsprozesses.

Ablauf

  1. Abschnitt 1

    Parteien in der Demokratie

    Begriff Partei, Artikel 21 GG, Funktionen der Parteien, Regierung und Opposition, Parteiverbot, Parteien im Bundestag 2025.

  2. Abschnitt 2

    Wahlrechtsgrundsätze und Stimmzettel

    Artikel 38 GG, allgemein, unmittelbar, frei, gleich, geheim, Wahlalter in Bund, Land und Kommune, Stimmzettel, Fallprüfung.

  3. Abschnitt 3

    Das Wahlsystem: Erststimme, Zweitstimme, 630 Sitze

    Mehrheits- und Verhältniswahl, Fünfprozenthürde und Grundmandatsklausel, Zweitstimmendeckung, Sitzverteilung, Ergebnis der Bundestagswahl 2025.

  4. Abschnitt 4

    Gesetzgebung des Bundes

    Verfassungsorgane, Gesetzesinitiative, drei Lesungen, Zustimmungs- und Einspruchsgesetze, Vermittlungsausschuss, Bundespräsident.

    • Lektion

      Wie entsteht ein Gesetz? Bundestag, Bundesrat und Bundespräsident

      Der Mindestlohn, das Deutschlandticket, die Regeln für E-Scooter: Alles beruht auf Gesetzen. Aber wer macht eigentlich ein Bundesgesetz? Viele…

    • Aufgabe

      Planspiel: Ein Gesetz auf dem Weg

      Ihr spielt in Gruppen den Weg eines erfundenen Gesetzes nach, zum Beispiel „Kostenloses Mittagessen an allen Schulen“.

      1. Verteilt die Rollen: Bundesregierung, zwei Fraktionen im Bundestag, Bundesrat, Bundespräsident, ein Verband.
      2. Entscheidet begründet, ob es ein Zustimmungs- oder Einspruchsgesetz ist.
      3. Spielt erste Lesung, Ausschussberatung, Abstimmung und Beratung im Bundesrat.
      4. Haltet in einem Protokoll fest, welche Änderungen der Entwurf erfahren hat und warum.

      Ladet das Protokoll hoch.

  5. Abschnitt 5

    Verbände, Medien und der Politikzyklus

    Verbände und Lobbyregister, Medien als Kontrolle, Politikzyklus, Beispiel Mindestlohn 2026 und 2027.

  6. Abschnitt 6

    Selbsttest: Wahlen und Gesetzgebung

    Vom Kreuz zum Gesetz, Beutelsbacher Konsens, Sach- und Werturteil, Erörterung zur Wahlpflicht, Übungsmix.

    • Lektion

      Selbsttest Wahlen und Gesetzgebung mit Erörterung

      Wahlen, Parteien, Gesetzgebung, Verbände und Medien hängen eng zusammen: Wer gewählt wird, entscheidet mit, welche Gesetze entstehen. In dieser…

    • Tipp

      Vor Wahlen hilft der Wahl-O-Mat der Bundeszentrale für politische Bildung, die eigenen Positionen mit den Programmen der Parteien zu vergleichen. Er ersetzt keine Entscheidung, er ist ein Anstoß zum Nachdenken.

Hinweise für Lehrkräfte

Einordnung in das Kerncurriculum

Das Kerncurriculum Politik-Wirtschaft für das Gymnasium (2015) sieht am Ende von Schuljahrgang 10 den Gegenstandsbereich „Politische Willensbildungs- und Entscheidungsprozesse auf Bundesebene“ vor. Die Reihe deckt alle Kompetenzerwartungen dazu ab: Wahlsystem und seine Funktionen, Verfassungsorgane in der Gesetzgebung, Parteien, Verbände und Medien, Politikzyklus an einem aktuellen Entscheidungsprozess und das Erörtern von Lösungsmöglichkeiten. Das KC nennt dafür die Fachkonzepte Macht, Legitimation sowie Anreize und Restriktionen. Die Anreizwirkung einer politischen Entscheidung auf wirtschaftliches Verhalten zeigt das Beispiel Mindestlohn.

Zeitplan (8 Stunden)

StundeAbschnitt
1Parteien in der Demokratie
2Wahlrechtsgrundsätze, Stimmzettel
3–4Wahlsystem, Sitzverteilung, Ergebnis 2025
5Gesetzgebung des Bundes
6–7Verbände, Medien, Politikzyklus am Beispiel Mindestlohn
8Selbsttest und Erörterung

Beutelsbacher Konsens und Aktualität

Die Reihe bewertet keine Partei und empfiehlt keine Wahlentscheidung. Parteien erscheinen nur mit ihrem Wahlergebnis. Alle Urteilsaufgaben sind offen formuliert, die Erwartungshorizonte nennen Argumente beider Seiten. Bitte prüfen Sie vor dem Einsatz die Aktualität: Die Zahlen beziehen sich auf das endgültige Ergebnis der Bundestagswahl vom 23. Februar 2025 (Stand der Vorlage: 3. November 2026) und den Mindestlohn ab 2026. Eine Neuregelung der Grundmandatsklausel nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 30. Juli 2024 ist noch möglich.

Typische Fehlvorstellungen

  • „Die Erststimme ist die wichtigere Stimme.“ Die Zweitstimme bestimmt die Stärke der Parteien.
  • „Wer seinen Wahlkreis gewinnt, ist immer im Bundestag.“ Seit 2023 gilt die Zweitstimmendeckung.
  • „Der Bundesrat ist eine zweite gewählte Kammer.“ Er besteht aus Mitgliedern der Landesregierungen.
  • „Der Bundespräsident kann Gesetze ablehnen, die ihm nicht gefallen.“ Er prüft die Verfassungsmäßigkeit, nicht die politische Zweckmäßigkeit.

Differenzierung

  • Grundlegend: Stimmzettel und Gesetzgebungsschema als Lückenbild, Sitzverteilung nur mit glatten Zahlen.
  • Erweitert: Sitzverteilung mit Divisoranpassung, Vergleich mit dem britischen Mehrheitswahlrecht, Recherche im Lobbyregister.
  • Sprachbildung: Satzbausteine für Erörterungen („Für … spricht …“, „Dagegen lässt sich einwenden …“, „Nach dem Kriterium … komme ich zu dem Urteil …“).

Operatoren und prozessbezogene Kompetenzen

Die Aufgaben verwenden die Operatoren aus Anhang A1 des Kerncurriculums: beschreiben, erklären, vergleichen, herausarbeiten, erörtern, Stellung nehmen. Methodenkompetenz: Politikzyklus anwenden, Gesetzestexte erschließen, Diagramme auswerten. Urteilskompetenz: Lösungsmöglichkeiten erörtern, Sach- und Werturteil trennen.

Häufige Fragen

In welcher Klasse werden Wahlen und Gesetzgebung in Niedersachsen unterrichtet?

Am Gymnasium gehört der Gegenstandsbereich „Politische Willensbildungs- und Entscheidungsprozesse auf Bundesebene“ zu den Kompetenzerwartungen am Ende von Schuljahrgang 10. Viele Schulen behandeln ihn in Klasse 9 oder 10.

Ist das Wahlsystem auf dem aktuellen Stand?

Ja, mit Stand November 2026: Wahlrechtsreform 2023, Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 30. Juli 2024 und endgültiges Ergebnis der Bundestagswahl 2025. Prüfen Sie vor dem Einsatz, ob der Gesetzgeber die Grundmandatsklausel neu geregelt hat.

Wie bleibt die Reihe parteipolitisch neutral?

Sie nennt Parteien nur mit amtlichen Ergebnissen, bewertet keine Partei und stellt jede Streitfrage mit Argumenten beider Seiten dar, wie es der Beutelsbacher Konsens verlangt.

Wie viele Stunden plane ich ein?

Acht Unterrichtsstunden mit Planspiel. Ohne Planspiel genügen sechs.

Quellen

Bildnachweise

  • Titelbild: KI-generiert
  • Schema eines Stimmzettels mit erfundenen Namen: links Erststimme für Personen im Wahlkreis, rechts Zweitstimme für Parteilisten, je ein Kreuz gesetzt.: Eigene Darstellung
  • Ablaufschema eines Bundesgesetzes vom Gesetzentwurf über Bundestag, Bundesrat und Bundespräsident bis zur Verkündung, mit Vermittlungsausschuss darunter.: Eigene Darstellung

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