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Aus der Vorlage Herz, Blut und Blutkreislauf

Bestandteile des Blutes und ihre Aufgaben

Lektion 1 von 5

Einstieg: Fünf Liter, die nie stillstehen

Im Körper eines Erwachsenen fließen ungefähr fünf Liter Blut, das sind etwa 7 bis 8 Prozent des Körpergewichts. Bei dir sind es je nach Größe etwas weniger. Dieses Blut ist ständig unterwegs: Es erreicht jede Zelle, vom großen Zeh bis zur Haarwurzel. Wenn du dich schneidest, hört die Blutung nach kurzer Zeit von selbst auf. Wenn Bakterien in die Wunde gelangen, rötet sie sich. Hinter all dem steckt das Blut. Woraus besteht es, und was kann es?

Erklärung: Die Bestandteile des Blutes

Lässt man Blut in einem Röhrchen stehen, das Gerinnung verhindert, trennt es sich in zwei Teile. Oben sammelt sich eine gelbliche, klare Flüssigkeit, unten eine dunkelrote Schicht aus Zellen.

Interaktive Grafik: Zusammensetzung des Blutes (ungefähre Anteile am Volumen)

Blutplasma (etwa 55 Prozent) besteht zu rund 90 Prozent aus Wasser. Darin gelöst sind Traubenzucker und andere Nährstoffe, Mineralstoffe, Eiweiße, Hormone, Abfallstoffe wie Harnstoff und der größte Teil des Kohlenstoffdioxids. Das Kohlenstoffdioxid wird dabei überwiegend, zu etwa 70 Prozent, als Hydrogencarbonat transportiert. Es entsteht in den roten Blutkörperchen und geht dann ins Plasma über. Nur ein kleiner Teil ist einfach physikalisch gelöst.

Blutzellen (etwa 45 Prozent) sind fast ausschließlich rote Blutkörperchen. Weiße Blutkörperchen und Blutplättchen machen nur einen sehr kleinen Teil aus.

BlutzellenAussehenAnzahl in einem Mikroliter Blut (ungefähr)Aufgabe
Rote Blutkörperchen (Erythrozyten)flache, in der Mitte eingedellte Scheiben, etwa 7 µm, ohne Zellkern4 bis 5 Millionentransportieren Sauerstoff mit dem roten Farbstoff Hämoglobin
Weiße Blutkörperchen (Leukozyten)größer, mit Zellkern, verschiedene Formen4000 bis 10 000Abwehr von Krankheitserregern
Blutplättchen (Thrombozyten)kleine Zellbruchstücke150 000 bis 400 000Blutgerinnung, Wundverschluss

Ein rotes Blutkörperchen lebt etwa 120 Tage. Dein Knochenmark bildet deshalb jede Sekunde Millionen neue.

Die Aufgaben des Blutes

  1. Transport: Sauerstoff von der Lunge zu den Zellen, Kohlenstoffdioxid zurück zur Lunge, Nährstoffe vom Darm zu den Zellen, Abfallstoffe zu Nieren und Leber, Hormone zu ihren Zielorganen.
  2. Abwehr: Weiße Blutkörperchen erkennen und beseitigen Krankheitserreger.
  3. Wundverschluss: Blutplättchen lagern sich an der verletzten Stelle an und lösen die Gerinnung aus. Ein Netz aus Eiweißfäden hält Blutzellen fest, es bildet sich Schorf.
  4. Wärmeverteilung: Das Blut verteilt die Wärme, die in den Muskeln und Organen bei der Zellatmung entsteht, im ganzen Körper.

Beispiele

Beispiel 1: Höhentraining Leistungssportler trainieren manchmal einige Wochen im Hochgebirge. Dort enthält jeder Atemzug weniger Sauerstoff. Der Körper reagiert, indem er mehr rote Blutkörperchen bildet. Zurück im Tiefland kann ihr Blut mehr Sauerstoff transportieren, die Muskeln sind besser versorgt.

Beispiel 2: Ein Blutbild lesen Bei einem Patienten mit Fieber und Halsschmerzen zeigt die Blutuntersuchung 15 000 weiße Blutkörperchen pro Mikroliter. Deutung: Der Wert liegt deutlich über dem üblichen Bereich. Das passt zu einer Infektion, gegen die der Körper vermehrt Abwehrzellen bildet.

Merksatz

Blut besteht aus Blutplasma und Blutzellen. Rote Blutkörperchen transportieren mit Hämoglobin Sauerstoff, weiße Blutkörperchen wehren Krankheitserreger ab, Blutplättchen verschließen Wunden. Das Plasma transportiert Nährstoffe, Abfallstoffe, Hormone und einen großen Teil des Kohlenstoffdioxids.

Übungen

Grundlagen

  1. Nenne die beiden Hauptbestandteile des Blutes und ihre ungefähren Anteile.
  2. Ordne zu: Abwehr, Sauerstofftransport, Wundverschluss. Welche Blutzellen sind jeweils zuständig?
  3. Nenne vier Stoffe, die im Blutplasma transportiert werden.

Weiter

  1. Rote Blutkörperchen haben keinen Zellkern und sind flach und eingedellt. Stelle eine Vermutung auf, welchen Vorteil das für ihre Aufgabe hat.
  2. Ein Mensch hat zu wenige rote Blutkörperchen. Welche Beschwerden erwartest du, besonders beim Treppensteigen? Begründe.
  3. Erkläre den Zusammenhang zwischen Blut und Körperwärme.

Knobeln

  1. Ein Erwachsener hat etwa 5 Liter Blut und in jedem Mikroliter rund 5 Millionen rote Blutkörperchen. Ein Liter hat eine Million Mikroliter. Berechne die Gesamtzahl der roten Blutkörperchen und gib sie in Billionen an.
  2. Rote Blutkörperchen leben etwa 120 Tage. Schätze mit dem Ergebnis aus Aufgabe 7, wie viele neue rote Blutkörperchen dein Körper pro Tag bilden muss, damit ihre Zahl gleich bleibt.

Lösungen

  1. Blutplasma (etwa 55 Prozent) und Blutzellen (etwa 45 Prozent).
  2. Abwehr: weiße Blutkörperchen. Sauerstofftransport: rote Blutkörperchen. Wundverschluss: Blutplättchen.
  3. Zum Beispiel Traubenzucker, Mineralstoffe, Hormone, Harnstoff, Eiweiße, Kohlenstoffdioxid.
  4. Ohne Zellkern ist mehr Platz für Hämoglobin, also kann jede Zelle mehr Sauerstoff tragen. Durch die flache, eingedellte Form ist die Oberfläche im Verhältnis groß und kein Teil der Zelle liegt weit von der Oberfläche entfernt. Sauerstoff gelangt schnell hinein und heraus. Außerdem sind die Zellen sehr verformbar und passen durch enge Blutgefäße.
  5. Das Blut transportiert weniger Sauerstoff. Die Muskeln bekommen bei Anstrengung zu wenig Sauerstoff für die Zellatmung. Typisch sind schnelle Erschöpfung, Atemnot, Herzklopfen und Blässe.
  6. Bei der Zellatmung in Muskeln und Organen wird ein Teil der Energie als Wärme frei. Das Blut nimmt diese Wärme auf und verteilt sie im ganzen Körper. Über Hautgefäße kann es Wärme auch nach außen abgeben.
  7. 5 l=5 000 000 μl5\,\text{l} = 5\,000\,000\,\mu\text{l}. 5 000 000⋅5 000 000=25 000 000 000 0005\,000\,000 \cdot 5\,000\,000 = 25\,000\,000\,000\,000, also etwa 25 Billionen rote Blutkörperchen.
  8. 25 000 000 000 000:120≈208 000 000 00025\,000\,000\,000\,000 : 120 \approx 208\,000\,000\,000. Der Körper muss täglich rund 200 Milliarden neue rote Blutkörperchen bilden, das sind über zwei Millionen pro Sekunde.

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