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Chemie · Niedersachsen · Sek I
Stoffe, Stoffeigenschaften und Teilchenmodell
Eine Einstiegsreihe in die Chemie für Klasse 5 bis 7. Die Schülerinnen und Schüler unterscheiden Körper und Stoffe, erstellen Steckbriefe aus Stoffeigenschaften, deuten Schmelz- und Siedetemperaturen und erklären Aggregatzustände und Diffusion mit dem Teilchenmodell. Zum Abschluss ordnen sie Gemische und planen Trennstrategien. Die Reihe trennt von Anfang an konsequent zwischen Stoffebene und Teilchenebene.
- Klassen
- 5–7
- Schulformen
- Gymnasium, Oberschule
- Umfang
- 6 Unterrichtsstunden
- Fach
- Chemie
- Bundesland
- Niedersachsen
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Inhalt
Lernziele
- Die Schülerinnen und Schüler unterscheiden Körper und Stoffe und beschreiben Stoffe anhand typischer Eigenschaften wie Löslichkeit, Brennbarkeit, Leitfähigkeit und Magnetismus.
- Die Schülerinnen und Schüler beschreiben die Aggregatzustandsänderungen eines Stoffs anhand seiner Schmelz- und Siedetemperatur und werten eine Temperaturkurve aus.
- Die Schülerinnen und Schüler beschreiben mit dem Teilchenmodell die Aggregatzustände und die Diffusion und unterscheiden dabei Stoff- und Teilchenebene.
- Die Schülerinnen und Schüler unterscheiden Reinstoffe und Gemische und ordnen Gemische nach ihrer Art.
- Die Schülerinnen und Schüler beschreiben Trennverfahren mithilfe von Stoffeigenschaften und entwickeln Strategien zur Trennung von Stoffgemischen.
Bezug zum Kerncurriculum
- Inhaltsbereich: Stoff-Teilchen-Konzept
- Kompetenzerwartung: unterscheiden Stoffe und Körper.
- Kompetenzerwartung: unterscheiden Stoffe anhand ihrer mit den Sinnen erfahrbaren Eigenschaften und der Aggregatzustände.
- Kompetenzerwartung: beschreiben die Aggregatzustandsänderungen eines Stoffs anhand seiner Schmelz- und Siedetemperatur.
- Kompetenzerwartung: unterscheiden zwischen Reinstoffen und Gemischen.
- Kompetenzerwartung: beschreiben die Trennverfahren Filtration, Sedimentation, Destillation und Chromatografie mithilfe ihrer Kenntnisse über Stoffeigenschaften.
- Kompetenzerwartung: beschreiben anhand eines Teilchenmodells/Bausteinmodells den submikroskopischen Bau von Stoffen.
- Kompetenzerwartung: beschreiben die Aggregatzustände auf Teilchenebene.
- Kompetenzerwartung: beschreiben die Diffusion auf Stoff- und Teilchenebene.
- Kompetenzerwartung: entwickeln Strategien zur Trennung von Stoffgemischen.
- Kompetenzerwartung: unterscheiden zwischen Stoffebene und Teilchenebene.
- Kompetenzerwartung: unterscheiden förderliche von hinderlichen Eigenschaften für die bestimmte Verwendung eines Stoffes.
Ablauf
Abschnitt 1
Stoffe und Stoffeigenschaften
Körper und Stoffe, Eigenschaften mit Sinnen und Versuchen prüfen, Steckbrief, Sicherheitsregeln im Chemieraum.
Lektion
Stoffe und Stoffeigenschaften: Körper, Stoff und SteckbriefAuf deinem Tisch liegen ein Löffel aus Edelstahl, ein Löffel aus Holz und ein Löffel aus Kunststoff. Alle drei haben dieselbe Form und denselben…
Aufgabe
Steckbrief für einen Alltagsstoff
Wähle einen Stoff aus deinem Alltag, zum Beispiel Aluminium, Zucker, Kerzenwachs oder Glas.
- Erstelle einen Steckbrief mit mindestens sechs Eigenschaften. Kennzeichne, welche du selbst geprüft und welche du nachgeschlagen hast.
- Nenne zwei Gegenstände aus diesem Stoff und erkläre, welche Eigenschaft für ihre Verwendung förderlich ist.
Keine Geschmacksprobe, Geruch nur durch Zufächeln.
Abschnitt 2
Aggregatzustände, Schmelz- und Siedetemperatur
Fest, flüssig, gasförmig, die sechs Übergänge, Schmelz- und Siedetemperatur als Stoffeigenschaft, Temperaturkurve beim Erhitzen von Eis.
Lektion
Aggregatzustände: Schmelztemperatur und SiedetemperaturNach einem Regenschauer ist der Schulhof voller Pfützen. Am Nachmittag sind sie weg, obwohl niemand gewischt hat. Im Winter wird dieselbe Pfütze zu…
Fachsprache
Sag Schmelztemperatur und Siedetemperatur statt Schmelzpunkt und Siedepunkt. Gemeint ist dasselbe, aber die Temperatur ist das, was du misst.
Abschnitt 3
Teilchenmodell und Diffusion
Aussagen des Teilchenmodells, Aggregatzustände auf Teilchenebene, Stoff- und Teilchenebene, Diffusion und Temperatur, Grenzen des Modells.
Lektion
Teilchenmodell und Diffusion einfach erklärtJemand öffnet in der Ecke des Klassenraums eine Flasche Parfüm. Nach einer Weile riechst du den Duft auch in der anderen Ecke, obwohl niemand die…
Material
Simulation: Aggregatzustände im Teilchenmodell (öffnet eine externe Seite)PhET Interactive Simulations, University of Colorado Boulder, Lizenz: CC BY 4.0
Material
Simulation: Diffusion (öffnet eine externe Seite)PhET Interactive Simulations, University of Colorado Boulder, Lizenz: CC BY 4.0
Abschnitt 4
Reinstoffe und Gemische
Reinstoff und Gemisch, homogene und heterogene Gemische, Lösung, Legierung, Gemenge, Suspension, Emulsion, Rauch, Nebel, Schaum.
Lektion
Reinstoffe und Gemische: homogen und heterogenAuf einer Flasche Mineralwasser steht „natürliches Mineralwasser“, darunter eine Tabelle mit Calcium, Magnesium, Natrium und Hydrogencarbonat. Im…
Abschnitt 5
Stoffgemische trennen und Selbsttest
Sedimentieren, Filtrieren, Eindampfen, Destillieren, Chromatografie, Magnettrennung, Trennstrategie, Selbsttest zur Reihe.
Lektion
Trennverfahren: Stoffgemische trennenAn der Küste Frankreichs und Portugals leitet man Meerwasser in flache Becken. Sonne und Wind lassen das Wasser verdunsten, zurück bleibt Meersalz…
Aufgabe
Trennstrategie für ein Gemenge
Deine Gruppe erhält ein Gemenge aus Sand, Kochsalz und Eisenspänen.
- Plane die Trennung in Schritten und begründe jeden Schritt mit einer Stoffeigenschaft.
- Führe die Trennung nach Freigabe durch die Lehrkraft durch. Schutzbrille beim Eindampfen.
- Fotografiere die drei getrennten Stoffe und lade das Foto mit deinem Protokoll hoch.
Hinweise für Lehrkräfte
Einordnung in das Kerncurriculum
Das Kerncurriculum Naturwissenschaften für das Gymnasium (2015) legt Stoffe und Stoffeigenschaften, Aggregatzustände, Reinstoffe und Gemische, Trennverfahren und das Teilchenmodell in den Doppeljahrgang 5/6 (Stoff-Teilchen-Konzept und Struktur-Eigenschafts-Konzept). Schmelz- und Siedetemperatur als Unterscheidungsmerkmal wird in 7/8 vertieft. Im Oberschul-Kerncurriculum (2013) stehen dieselben Inhalte ebenfalls in 5/6 (Stoff-Teilchen-Beziehungen, Struktur-Eigenschafts-Beziehungen). Wo Chemie erst in Jahrgang 7 beginnt, passt die Reihe als Einstieg.
Zeitplan (6 Stunden)
| Stunde | Abschnitt |
|---|---|
| 1 | Körper und Stoffe, Steckbrief, Sicherheitsregeln |
| 2 | Aggregatzustände, Schmelz- und Siedetemperatur, Temperaturkurve Eis |
| 3 | Teilchenmodell und Diffusion |
| 4 | Reinstoffe und Gemische |
| 5–6 | Trennverfahren, Trennstrategie Sand, Salz und Eisen, Selbsttest |
Sicherheit (RiSU, Gefährdungsbeurteilung)
- Alle Versuche kommen mit ungefährlichen Haushaltsstoffen aus: Wasser, Kochsalz, Zucker, Sand, Eisenspäne, Lebensmittelfarbe, Filzstift, Speiseöl. Keine Geschmacksprobe, auch nicht bei Lebensmitteln, weil Laborgeräte verunreinigt sein können.
- Beim Erhitzen Schutzbrille, Heizplatte statt Gasbrenner, wo möglich, Siedesteinchen. Abdampfschalen gegen Ende nur schwach erhitzen, Salz spritzt.
- Die Brennbarkeitsprobe nur mit kleinen Proben auf einem Verbrennungslöffel über einer feuerfesten Unterlage.
- Destillation von Salzwasser als Gruppen- oder Demonstrationsversuch. Rotwein (Übung 7 der letzten Lektion) nur als Gedankenaufgabe oder Lehrerversuch, wegen des brennbaren Destillats.
- Ethanol (GHS02, GHS07) nur als Tabellenwert verwenden, nicht als Schülerversuch.
Typische Fehlvorstellungen
- Teilchen haben die Eigenschaften des Stoffs (Teilchen im Eis sind kalt und hart, Kupferteilchen sind rot). Fordern Sie bei jeder Erklärung die Trennung von Stoff- und Teilchenebene ein.
- Zwischen den Teilchen ist Luft. Im Modell ist dort nichts.
- Beim Erwärmen werden die Teilchen größer. Abstand und Bewegung ändern sich, nicht die Teilchen.
- Der weiße Dampf ist Wasserdampf. Er besteht aus kondensierten Tröpfchen.
- Homogen heißt rein. Luft und Salzwasser sind homogene Gemische.
- Salz verschwindet beim Lösen. Eindampfen zeigt, dass es erhalten bleibt.
Differenzierung
- Grundlegend: Steckbriefe mit vorgegebenen Eigenschaften, Teilchenbilder zuordnen statt zeichnen, Trennstrategie mit Bildkarten legen.
- Erweitert: Volumenkontraktion Wasser und Ethanol erklären, Schmelzbereich von Legierungen deuten, eigene Trennaufgabe für die Nachbargruppe entwerfen.
- Sprachbildung: Satzbausteine für Stoff- und Teilchenebene („Ich beobachte, dass …“ und „Auf der Teilchenebene bedeutet das …“).
Prozessbezogene Kompetenzen
Erkenntnisgewinnung: sachgerecht nach Anleitung experimentieren, Sicherheitsaspekte beachten, Trennstrategien entwickeln, Nutzen und Grenzen des Teilchenmodells. Kommunikation: einfache Versuchsprotokolle, Vorgänge auf Teilchenebene mit Fachsprache beschreiben. Bewertung: förderliche und hinderliche Eigenschaften für eine Verwendung unterscheiden, Gemische im Alltag erkennen.
Häufige Fragen
In welcher Klasse wird das Teilchenmodell in Niedersachsen unterrichtet?
Am Gymnasium und an der Oberschule im Doppeljahrgang 5/6 im Fach Naturwissenschaften bzw. Chemie. Beginnt Chemie an Ihrer Schule erst in Jahrgang 7, eignet sich die Reihe dort als Einstieg.
Brauche ich Gefahrstoffe für die Versuche?
Nein. Alle Schülerversuche kommen mit Wasser, Salz, Zucker, Sand, Eisenspänen, Lebensmittelfarbe und Filzstiften aus. Geheizt wird mit der Heizplatte, Schutzbrille ist beim Erhitzen Pflicht.
Wie viele Stunden plane ich ein?
Sechs Unterrichtsstunden. Ohne die Trennstrategie als Gruppenversuch reichen fünf.
Warum so viel Wert auf Stoff- und Teilchenebene?
Die Vermischung beider Ebenen ist die häufigste Fehlvorstellung im Anfangsunterricht und belastet später Atommodell und Reaktionen. Das Kerncurriculum fordert die Unterscheidung ausdrücklich.
Quellen
- Kerncurriculum für das Gymnasium Schuljahrgänge 5–10 Naturwissenschaften (Niedersächsisches Kultusministerium, Lizenz: Alle Rechte vorbehalten, nur verlinkt, abgerufen am 03.11.2026)
- Kerncurriculum für die Oberschule Schuljahrgänge 5–10 Naturwissenschaften (Niedersächsisches Kultusministerium, Lizenz: Alle Rechte vorbehalten, nur verlinkt, abgerufen am 03.11.2026)
- Teilchenmodell (Wikipedia, Lizenz: CC BY-SA 4.0, abgerufen am 03.11.2026)
- GESTIS-Stoffdatenbank (Institut für Arbeitsschutz der DGUV, Lizenz: Alle Rechte vorbehalten, nur verlinkt, abgerufen am 03.11.2026)
Bildnachweise
- Titelbild: KI-generiert
- Drei Kästen nebeneinander. Links fest: Kugeln dicht und regelmäßig in Reihen gepackt. Mitte flüssig: Kugeln dicht, aber ungeordnet. Rechts gasförmig: wenige Kugeln weit verteilt, Pfeile zeigen schnelle Bewegung.: Eigene Darstellung
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