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Chemie · Niedersachsen · Sek I
Ionen, Ionenbindung und Salze
Eine Unterrichtsreihe für Klasse 9 und 10 zu Ionen und Salzen. Die Schülerinnen und Schüler schließen aus Leitfähigkeitsversuchen auf bewegliche Ionen, deuten die Bildung von Natriumchlorid als Elektronenübertragung und beschreiben Ionenbindung und Ionengitter. Sie leiten Verhältnisformeln aus Ionenladungen her, erklären Eigenschaften und Lösevorgänge von Salzen mit Gitter- und Hydratationsenergie und weisen Halogenid- und Alkalimetall-Ionen nach.
- Klassen
- 9–10
- Schulformen
- Gymnasium, Oberschule
- Umfang
- 6 Unterrichtsstunden
- Fach
- Chemie
- Bundesland
- Niedersachsen
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Inhalt
Lernziele
- Die Schülerinnen und Schüler schließen aus elektrischen Leitfähigkeitsexperimenten auf die Existenz und Beweglichkeit von Ionen.
- Die Schülerinnen und Schüler unterscheiden Atome und Ionen und beschreiben die Salzbildung als Elektronenübertragung.
- Die Schülerinnen und Schüler beschreiben die Ionenbindung und das Ionengitter und stellen Verhältnisformeln von Salzen auf.
- Die Schülerinnen und Schüler erklären Eigenschaften und Löslichkeit von Salzen und beschreiben die Energiebilanz des Lösevorgangs mit Gitter- und Hydratationsenergie.
- Die Schülerinnen und Schüler führen Nachweisreaktionen für Halogenid-Ionen und Alkalimetall-Ionen durch und führen sie auf bestimmte Teilchen zurück.
Bezug zum Kerncurriculum
- Inhaltsbereich: Struktur-Eigenschafts-Konzept
- Kompetenzerwartung: unterscheiden mithilfe eines differenzierten Atommodells zwischen Atomen und Ionen.
- Kompetenzerwartung: schlussfolgern aus Experimenten, dass geladene und ungeladene Teilchen existieren.
- Kompetenzerwartung: schließen aus elektrischen Leitfähigkeitsexperimenten auf die Beweglichkeit von Ionen.
- Kompetenzerwartung: beschreiben Redoxreaktionen als Elektronenübertragungsreaktionen.
- Kompetenzerwartung: erklären die Eigenschaften von Ionen- und Molekülverbindungen anhand von Bindungsmodellen.
- Kompetenzerwartung: wenden sicher die Begriffe Atom, Ion, Molekül, Ionenbindung, Atombindung/Elektronenpaarbindung an.
- Kompetenzerwartung: erklären die Löslichkeit von Salzen in Wasser.
- Kompetenzerwartung: beschreiben Lösungsvorgänge durch Spaltung und Bildung von Bindungen und Wechselwirkungen.
- Kompetenzerwartung: beschreiben mithilfe der Gitterenergie und der Hydratationsenergie die Energiebilanz des Lösevorgangs von Salzen.
- Kompetenzerwartung: führen Experimente zu Lösungsvorgängen durch.
- Kompetenzerwartung: führen Nachweisreaktionen auf das Vorhandensein von bestimmten Teilchen zurück.
- Kompetenzerwartung: führen qualitative Nachweisreaktionen zu Alkalimetallen/Alkalimetallverbindungen und Halogeniden durch.
- Kompetenzerwartung: erkennen Lösungsvorgänge von Salzen in ihrem Alltag.
Ablauf
Abschnitt 1
Ionen und elektrische Leitfähigkeit
Leitfähigkeitsversuch mit Zucker- und Salzlösung, Kationen und Anionen, Ionenbildung mit Edelgaskonfiguration, Namen der Anionen.
Lektion
Ionen: elektrische Leitfähigkeit von SalzlösungenElektrische Geräte haben im Badezimmer nichts zu suchen, weil Wasser „den Strom leitet“. Prüfst du das genau nach, erlebst du eine Überraschung…
Aufgabe
Leitfähigkeit protokollieren
Untersuche nach Anleitung die Leitfähigkeit von destilliertem Wasser, Leitungswasser, Zuckerlösung, festem Kochsalz und Kochsalzlösung (Kleinspannung, Schutzbrille).
- Notiere die Ergebnisse in einer Tabelle.
- Erkläre jedes Ergebnis auf der Teilchenebene.
- Formuliere einen Merksatz: Wann leitet ein Stoff aus Ionen den Strom?
Abschnitt 2
Ionenbindung und Ionengitter
Natrium und Chlor reagieren zu Natriumchlorid, Elektronenübertragung, Oxidation und Reduktion, Ionenbindung, Ionengitter, Koordinationszahl.
Lektion
Ionenbindung und Ionengitter am Beispiel NatriumchloridNatrium ist ein weiches Metall, das mit Wasser heftig reagiert. Chlor ist ein giftiges, gelbgrünes Gas. Bringt die Lehrkraft geschmolzenes Natrium…
Material
Natriumchlorid: Eigenschaften und Kristallstruktur (öffnet eine externe Seite)Wikipedia, Lizenz: CC BY-SA 4.0
Abschnitt 3
Verhältnisformeln und Namen von Salzen
Ladungsausgleich, Verhältnisformeln herleiten, Namen mit -id, Molekül-Ionen wie Hydroxid, Nitrat, Carbonat und Sulfat.
Lektion
Verhältnisformeln von Salzen aufstellenAuf einer Packung Streusalz für den Winter steht „Calciumchlorid“, auf Zahnpasta „Natriumfluorid“, auf einer Kreidepackung „Calciumcarbonat“, auf…
Merkhilfe
Erst die Ladungen aus dem Periodensystem ablesen, dann ausgleichen, dann kürzen. Die Ladungen selbst stehen nicht in der Verhältnisformel.
Abschnitt 4
Eigenschaften und Lösen von Salzen
Schmelztemperatur, Härte und Sprödigkeit, Hydratation, Gitterenergie und Hydratationsenergie, exothermes und endothermes Lösen.
Lektion
Eigenschaften von Salzen und Lösen in WasserEin Kochsalzkristall ist so hart, dass du ihn mit dem Fingernagel kaum ritzen kannst. Schlägst du mit einem Hammer darauf, zerspringt er in kleine…
Abschnitt 5
Nachweis von Ionen und Selbsttest
Halogenid-Nachweis mit Silbernitrat, Ionengleichungen, Flammenfärbung, Blindprobe, Selbsttest zur Reihe.
Lektion
Nachweis von Chlorid-Ionen und FlammenfärbungAuf einem Mineralwasser steht „natriumarm“, ein anderes wirbt mit viel Chlorid. Eine Wasserprobe aus einem Brunnen in Küstennähe soll auf Salz…
Aufgabe
Wasserproben untersuchen
Untersuche mindestens drei Wasserproben (zum Beispiel Leitungswasser, zwei Mineralwässer) und destilliertes Wasser als Blindprobe mit Silbernitratlösung. Schutzbrille und Handschuhe, Reste in den Schwermetallbehälter.
- Ordne die Proben nach der Stärke der Trübung.
- Vergleiche mit den Chloridangaben auf den Etiketten.
- Erkläre, wozu die Blindprobe dient.
Hinweise für Lehrkräfte
Einordnung in das Kerncurriculum
Am Gymnasium (KC 2015) gehören Atom und Ion, Ionenbindung, Eigenschaften von Ionenverbindungen, Löslichkeit von Salzen mit Gitter- und Hydratationsenergie, Leitfähigkeitsexperimente, Redoxreaktionen als Elektronenübertragung und Nachweisreaktionen für Alkalimetall- und Halogenid-Ionen zum Doppeljahrgang 9/10. Im Oberschul-Kerncurriculum (2013) stehen Atom und Ion, Bildung von Ionen, Ionenbindung, Eigenschaften der Stoffe nach Bindungsmodellen und Reaktionsgleichungen in Ionenschreibweise ebenfalls in 9/10. Gitter- und Hydratationsenergie verlangt nur das Gymnasium; an der Oberschule können Sie Lektion 4 auf das qualitative Lösen beschränken.
Die Reihe setzt das Schalenmodell und die Edelgaskonfiguration voraus (Reihe „Atombau und Periodensystem“).
Zeitplan (6 Stunden)
| Stunde | Abschnitt |
|---|---|
| 1 | Leitfähigkeit, Ionen, Ionenbildung |
| 2 | Natriumchlorid-Synthese, Elektronenübertragung, Ionenbindung, Ionengitter |
| 3 | Verhältnisformeln, Namen, Molekül-Ionen |
| 4 | Eigenschaften von Salzen, Lösen, Energiebilanz |
| 5–6 | Nachweisreaktionen, Selbsttest |
Sicherheit (RiSU, Gefährdungsbeurteilung)
- Natrium mit Chlor: ausschließlich Lehrerversuch im Abzug mit kleinsten Mengen, oder als Video. Chlor ist giftig, Natrium reagiert heftig mit Wasser.
- Leitfähigkeit: nur Kleinspannung aus Schulnetzgeräten. Bei längerer Elektrolyse von Kochsalzlösung entsteht Chlor an der Anode: kurz messen, lüften. Kochsalzschmelze nur als Lehrerversuch oder Video.
- Calciumchlorid, wasserfrei: GHS07, H319, Schutzbrille. Kaliumchlorid und Natriumchlorid sind nicht eingestuft.
- Silbernitratlösung: nur stark verdünnt (zum Beispiel 0,1 mol/L) aus Tropfflaschen, Schutzbrille und Handschuhe. Prüfen Sie die Einstufung Ihrer Lösung im Sicherheitsdatenblatt. Silberhaltige Reste getrennt als Schwermetallabfall sammeln.
- Flammenfärbung: Natrium- und Kaliumchlorid als Schülerversuch. Lithium-, Kupfer-, Strontium- und Bariumsalze sind eingestuft und gehören in den Lehrerversuch.
- Kupfersulfat (Ionenwanderung, Übung in Lektion 1) ist gesundheitsschädlich und umweltgefährlich: nur Tropfenmengen, Handschuhe, getrennte Entsorgung.
Typische Fehlvorstellungen
- Salze bestehen aus Molekülen (NaCl-Molekül mit Bindungsstrich). Die Ionenbindung ist ungerichtet, die Formel ist eine Verhältnisformel.
- Natrium und Chlor sind im Kochsalz noch enthalten. Die Stoffe nicht, nur die Elemente in Form von Ionen.
- Ionen entstehen erst beim Lösen. Sie liegen schon im Gitter vor.
- Wasser leitet den Strom. Erst gelöste Ionen machen Wasser leitfähig.
- Beim Lösen reagiert das Salz mit Wasser. Hydratation, kein neuer Stoff.
- Die Ionenladung ist die Zahl der Elektronen. Sie ist die Differenz aus Protonen und Elektronen.
Differenzierung
- Grundlegend: Ionenladungen mit PSE-Ausschnitt, Formelkärtchen zum Legen, Ladungsausgleich mit Plus- und Minusplättchen.
- Erweitert: Molekül-Ionen mit Klammern, Eisen-Ionen mit zwei Ladungen, quantitative Energiebilanz mit gegebenen Gitter- und Hydratationsenthalpien.
Prozessbezogene Kompetenzen
Erkenntnisgewinnung: aus Leitfähigkeitsexperimenten auf bewegliche Ionen schließen, Nachweisreaktionen durchführen, Experimente zu Lösevorgängen, Bindungsmodelle anwenden. Kommunikation: Begriffe Atom, Ion, Molekül und Ionenbindung sicher verwenden, Ionengleichungen. Bewertung: Lösungsvorgänge im Alltag (Streusalz, Kühlkompressen), Bezüge zur Physik (Leitfähigkeit).
Häufige Fragen
In welcher Klasse wird die Ionenbindung in Niedersachsen unterrichtet?
Am Gymnasium und an der Oberschule im Doppeljahrgang 9/10, meist nach dem Atombau und dem Schalenmodell.
Brauche ich Natrium und Chlor für die Reihe?
Nein. Die Synthese von Natriumchlorid können Sie als Video zeigen. Alle Schülerversuche kommen mit Salzen, Silbernitratlösung in Tropfmengen und Kleinspannung aus.
Passt die Reihe für die Oberschule?
Ja. Ionenbildung, Ionenbindung und Eigenschaften der Salze verlangt auch das Oberschul-Kerncurriculum. Gitter- und Hydratationsenergie in Lektion 4 können Sie dort weglassen.
Wie viele Stunden plane ich ein?
Sechs Unterrichtsstunden. Mit der Wasseranalyse als Projekt eine bis zwei Stunden mehr.
Quellen
- Kerncurriculum für das Gymnasium Schuljahrgänge 5–10 Naturwissenschaften (Niedersächsisches Kultusministerium, Lizenz: Alle Rechte vorbehalten, nur verlinkt, abgerufen am 03.11.2026)
- Kerncurriculum für die Oberschule Schuljahrgänge 5–10 Naturwissenschaften (Niedersächsisches Kultusministerium, Lizenz: Alle Rechte vorbehalten, nur verlinkt, abgerufen am 03.11.2026)
- Natriumchlorid (Wikipedia, Lizenz: CC BY-SA 4.0, abgerufen am 03.11.2026)
- GESTIS-Stoffdatenbank (Institut für Arbeitsschutz der DGUV, Lizenz: Alle Rechte vorbehalten, nur verlinkt, abgerufen am 03.11.2026)
Bildnachweise
- Titelbild: KI-generiert
- Schalenmodelle: oben Natriumatom (2, 8, 1) und Chloratom (2, 8, 7), ein Pfeil führt das äußere Natriumelektron zum Chlor. Unten Natrium-Ion (2, 8) und Chlorid-Ion (2, 8, 8).: Eigene Darstellung
- Würfelförmiger Ausschnitt aus dem Natriumchlorid-Gitter: abwechselnd kleine violette Kugeln (Natrium-Ionen) und große grüne Kugeln (Chlorid-Ionen) an den Ecken, Kanten und Flächen eines Würfels, verbunden durch dünne Linien.: Eigene Darstellung
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